Danke für alle, die so lange Geduld mit meinen Fotos hatten. Aus der Masse an Fotos (~3000 Stück), die Björn und ich während unserer 5-wöchigen Reise gemacht haben, kann ich leider nur einen bescheidenen Selektion auf dem Blog veröffentlichen. Ich hoffe ihr fangt zumindest diese Impressionen ein, die wir während unseres Trips versucht haben festzuhalten. Alles Gute bis auf Weiteres Felix

14 Januar 2007

Asia @ its roots

Ich bin wieder in Deutschland bzw. dessen Alltag angekommen. Als kleines Schmankerl habe ich neben der fotografischen "Beweisen" unserer Trips eine kleine Sonderkategorie eingeführt "Asia @ its roots"! Gewiss, zu einem Teil ist es die Landschaft, die ein Land prägt, aber der entscheidende Einfluss geht meines Erachtens von den Menschen aus. Sie bilden das Rückgrat und die Wurzeln jedes Landes. Somit habe ich anbei einige Fotos von unserer Reise zusammengefasst und hoffe, dass die vielen ungeschrieben Geschichten, welche die Gesichter erzählen in euren Köpfen weitererzählt werden können.

Asia @ its roots
18. November - 22. Dezember - 40 Fotos

18 Dezember 2006

Hong Kong - Ost trifft West

Vorgestern bin ich in China (Macau) gelandet. Anders als urspruenglich geplant habe ich mich sofort per Faehre auf den Weg in die Metropole gemacht und habe keine Nacht in dem kleinen Staedtchen Macau (ehemals portugiesische Kolonie) verbracht.

Es war nur bedingt eine gute Endscheidung, denn die Fahrt ueber die Bucht hat eine Stunde gedauert. Als ich dann endlich in dem von mir gewuenschten Viertel war zeigt die Uhr 1:30 an. Im dritten Hostel hatte ich Glueck endlich eine Bleibe zu finden. Das Preisniveau ist wie erwartet deutlich hoeher - fuer einen 4qm Kaninchenstall habe ich 20EUR bezahlt... In der zweiten Nacht wurde es jedoch etwas besser 8qm fuer 15 EUR.

Ich habe mir fuer meine 4 Tage in Hong Kong ein schoenes Program zusammen gestellt. Kowloon (Norden), Central und ein paar Museen habe ich bereits abgehakt. Heute war ich unter anderem auf dem "Peak", um die Sicht auf die Skyline zu geniessen. Als ich mit der Seilbahn wieder runterfahren wollte habe ich Hendrik (ebenfalls HHLer) durch Zufall gesehen. Die verrueckten Leipziger sind halt ueberall. Er beendet gerade seinen Chinaaufenthalt mit einem Trip in die Metropole. Nun steht fuer uns beide das Abendprogramm jedenfalls fest :)

06_Hong Kong

17.-20. Dezember 2006 - 24 Fotos
07_Dubai
22. Dezember 2006 - 7 Fotos

15 Dezember 2006

Good bye Vietnam & Bjoern

Tschuess Hanoi, diese Stadt war wirklich zum abgewoehnen! Bjoern und ich haetten die letzten zwei Tage besser in einen verlaengerten Aufenthalt auf den Philippinen investieren sollen.. Nachher ist man immer schlauer.

Morgen werden sich unsere Wege trennen. Fuer mich geht es via Gabelflug ueber Bangkok nach Hong Kong und Bjoern wird die restlichen Tage in Bangkok mit shoppen verbringen.
Heute haben wir das letzte Mal zusammen gegessen - das naechste Mal gibts saechsischen Doener im geliebten Aspendos an der Jahnallee!
0302_Hanoi (Vietnam)
13.-16. Dezember 2006 - 19 Fotos

12 Dezember 2006

Streifzug durch Laos

Mit dem Kajak durch Laos, hoert sich ja schon seltsam an. Aber Bjoern und ich haben mal wieder versucht unseren Horizont zu erweitern. Mit einem kleinen Minibus ging es fuer 1,5h Stunden gen Norden den Me Kong stromaufwaerts. Dort haben wir mit unserem Guide noch ein US-Paerchen aufgelesen, die mit uns gemeinsam die Tour bestrittet haben.

Es war wenig verwunderlich, dass Bjoern und ich schon in der ersten Stromschnelle gekentert sind. Da half auch nicht unsere Kajakerfahrung, die wir bei unserem Trip zu den Hundret Islands (Philippinen) gewonnen haben. Auf der Verlustliste stehen nun ein T-Shirt von Bjoern und mein weisser Schlapphut - Dinge die sich zumindest tw. ersetzen lassen. Durch den unfreiwilligen Badegang leicht erfrischt, konnten wir den Sonnenschein und das atemberaubende Panorama um so besser "ertragen". Die erste Stromschnelle stellte sich alsbald auch als einzige "Herausforderung" da. Momentan ist Trockenzeit, was die Stroemung verstaendlicherweise stark reduziert.

Der Flusslauf war gesaeumt von kleinen Doerfern, deren Kinder im Wasser spielten und nicht muede wurden durch wildes Winken auf sich aufmerksam zu machen. Umlagert wurden wir, als mittags unser Guide an einem kleinen Strand das Mittagessen gegrillt hatte. Mit den Kinder haben wir in der Zwischenzeit kleine Kugeln aus Sand geformt und diese gegeneinander rollen lassen, scheinbar ein sehr beliebtes Spiel von den Kleinen. Die Kugel des Gewinners musste heile bleiben, leider hatten weder die Amis noch wir ausreichend Fortune.

Es ist schon sehr bewundernswert wie sich nicht nur die Kinder mit dem Einfachsten zufrieden geben. Selbst den Erwachsenen ist es vollkommen ausreichend, am Flussufer ihr Gemuese anzupflanzen und einfach zu leben. Vielleicht gelingt es mir ja einen kleinen Teil dieser Gelassenheit nach Deutschland mitzunehmen. Wenn ich irgendwann Kinder haben, wuerde ich auf jeden Fall mit ihnen mal nach Sued-Ost-Asien reisen, um ihnen eine andere Welt fern ab von Konsum und Materialismus darzubieten. Meiner Ansicht nach wuerde es langfristig die Einstellung und das Verhalten positiv beruehren und die Sichtweise der Kinder erweitern, im Gegensatz zu Urlauben auf Malloze oder in anderen Tourihochburgen (OK die Kostenfrage darf nicht vernachlaessigt werden...). Besonders beschaeftigen Bjoern und mich immer die Kinder, die versuchen ihre Ketten und Armreifen auf der Strasse zu verkaufen. In Angkor Wat war dies sehr stark ausgepraegt. Dort haben meist die Kinder gearbeitet und die Eltern lagen im Hintergrund in einer Haengematte am chillen - interessante Arbeitsteilung. Beeindruck hat mich jedoch ein kleiner Junge, der mir 10 Postkarten verkaufen wollte. Dieser hat in Deutsch, Franzoesisch, Spanisch, Englisch, Russisch und Japanisch oder Koreanisch von 1 bis 10 gezaehlt. Diese Leistung fand ich schon beeindruckend!

Heute haben Bjoern und ich mal so richtig eine ruhige Kugel geschoben. Wahnsinnig lange geschlafen, zwei leckere Baguettes mit Salat und Huehnchen fuer zusammen 1 $US genossen (ja ich habe mich wieder an Rohkost gewagt) und gemuetlich den Fluss entlang schlendern. Kraft tanken vor dem letzten Akt. Herauszuheben war eine wahnsinnige 90 minuetige Massage in einem Spa - schon krass was ein zierliches Laosmaedel fuer Power in den Fingern haben kann. Im Gegensatz zu Thailand sind die Spas (Massagesalons) hier auch nicht so verranzt und anruechig! Schliesslich konnten wir unserer Verhandlungsgeschickt und ich meine Laos-Kenntnisse (Danke, Glueck, Hallo, Tschuess) auf dem Nachtmarkt verfeinern.

Insgesamt muss ich schlussfolgern, dass sich der Aufenthalt in Laos absolut gelohnt hat und ich froh bin, dass ich Bjoern begleitet habe. Morgen geht es dank "Multiple-Entry-Visa" wieder zurueck nach Vietnam, diesmal in den Norden nach Hanoi.

11 Dezember 2006

Natur pur - Wasserfall, Sonnenuntergang, Kajaking, Touris...

Bei Tag sieht doch alles etwas freundlicher aus! Die Stadt scheint nun belebter zu sein und an Touris mangelt es mit Sicherheit nicht. Es ist Hochsaison und besonders vielen Chinesen kommen...

Mit ein paar Israeli haben wir uns ein Tuk-Tuk zu einem Wasserfall "gechartet". Der Wasserfall war nett, mehr nicht. Vielleicht habe ich davon auch einfach schon zu viele gesehen und bin ein wenig satt - die "Saettigkeit" von den Eindruecken ist uebrigens ein grosses Problem. Bjoern und ich haben nicht ausreichend Zeit alle Impressionen zu verarbeiten. Dabei helfen auch nicht diese oberflaechlichen Backpackergespraeche, die uns beide sehr ankotzen ('tschuldigung). Immer sich zu rechtfertigen wieso man nur 5 Wochen reist.

Ich habe beschlossen mich nicht mehr zu rechtfertigen. Es gibt nun zwei Optionen. Entweder sage ich, dass ich die letzten 3 Jahre im Kongo einen Brunnen gegraben habe und davor 4 Jahre lang Yaks in Nepal gezuechtet habe. Oder ich erzaehle, dass mir diese Lebensweise nicht zusagt und ich nun mal gern produktiv bin und nicht das innere Verlangen verspuere in den Tag hinein zu reisen respektive zu leben... Ich sag nur Backpacker mit lila Jutebeutel :)

Nichts destotrotz ist die Chance hier zwischen den Kulturen zu "vermitteln" immens. So auch die tiefgehenden Gespraeche mit einigen Israelis, was vor einigen Jahrzehnten nicht wirklich vorstellbar gewesen waere. Des Weitern interessante Einsichten von Schweizer im Kontext einer moeglichen EU Mitgliedschaft. Ich nehme schon sehr viel neue Eindrueck und Meinungen mit nach Deutschland zurueck!

Heute waren Bjoern und ich uebrigens eine ganzen Tag lang Kajak fahren. Ich habe genossen einen Tag lang keine Digicam dabei zu haben, aber diese Erzaehlungen folgen Morgen.

05_Laos
9.-12. Dezember 2006 - 17 Fotos

Laos - Narben der Vergangenheit

Ich muss offen gestehen, dass ich nicht wirklich nach Laos (stummes "S") wollte. Doch ich habe mit Bjoern einen Kompromiss geschlossen und begleite ihn nun.

Erstmal wieder 'was Kurzes zum Land. Im Gegensatz zu Kambodscha, wo groesstenteils die Roten Khmer gewuetet haben, kamen im Laos die Aggressoren aus der westlichen Welt. Im Kalten Krieg haben die USA den kommunistischen im Norden des Landes zwischen 1964-1973 ueber 800.000 Einsaetze geflogen und dabei ueber 2 Mio. Tonnen Sprengstoff abgeworfen. Es wurden über Laos mehr Bomben abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen, womit Laos (2/3 der Flaeche Deutschlands) zu den schwerst bombardierten Ländern der Welt gehört. 30% der Sprengkoerper sind nicht detoniert. Da das politische Interesse jedoch gering ist bemuehen sich US Organisationen nur alibimaessig das Land zu saeubern. Die komplette Befreiung des Nordens von Sprengkoerpern bei der momentanen Geschwindigkeit wuerde noch ueber 100 Jahre dauern.

Nach unserer Ankunft in Vientiane, ein 250.000 Einwohner Hauptstaedtchen, haben wir nach harten Verhandlungen ein Taxi zum Busbahnhof bekommen. Absoluter Kult - Bjoern und ich sind in einem Toyota Corona Delux Baujahr 1965 gefahren. Haette und das der Taxifahrer gesagt haetten wir auch mehr als 2 $US gezahlt. Leider muss er die Karre naechstes Jahr verschrotten lassen, weil er damit keine Lizenz mehr bekommt. Wir sollten einen Hilfsfonds fuer diesen Taxisfahrer auflegen! Glueck hatten wir mit unserer Anbindung nach Luang Prabang (10 h noerdlich), weil wir nur eine halbe Stunde Geduld aufbringen mussten. OK die Fahrt in einem nicht klimatisierten Bus ueber eine Puckelpiste durch das Nirgendwo von Laos war nicht der Hit! Aber es kam zur physischen nun auch noch eine psychische Belastung. Um 22h stoppten wir an einer kleinen Huette! Ich dachte mir waehernd Bjoern im Tal der Traeume weilte, "OK steigt wieder mal wer aus" - nix da. Kommt der Kollege mit einem geladenen Maschinengewehr wieder in den Bus. Der naechste Abschnitt sei "etwas" gefaehrlicher - hier wir ca. einmal im Monat ein Bus ausgeraubt. Die Nacht war fuer mich gelaufen. Als es dann noch durch einen finsteren Wald ging weckte ich Bjoern auf um meine Sorgen zu teilen. Wir haben es unbeschadet ueberstanden, angeblich weil der Bus nicht voll besetzt war.

Im Luang Prabang war es am Samstag gegen Mitternacht eine kleine Herausforderung eine Bleibe zu finden. Zwar standen ausreichend Guest Houses zur Verfuegung, aber die meisten waren schon voll. So mussten wir uebner die verlassenen Strassen irren bis wir endlich beim 6. Versuch Glueck hatten. Samstagnacht 24h und nichts los, das kann ja was werden...

Angkor Wat - (Re)Made by Germans

Test uerberstanden! Ich habe die Suppe am Abend meines letzten Postings in Siem Riep gut vertragen. Diese Stadt war unglaublich touristisch. Die haben hier sogar 5-Sterne Hotels in denen eine Nacht 300 $US kostet... Der Ausloeser fuer dieses rege Treiben der Touristen sind die Tempel von Angkor Wat (ca 10km noerdlich). Angkor Wat fungiert als herausragendes nationales Symbol, das repräsentativ für die Khmerkultur und das heutige kambodschanische Volk steht. Fast alles gibt es mit Angkor Wat Symbolen: Die lustig aussehenden kambotischnischen Riel Geldscheine (von mir auch gern als "Bananenwaehrung" bezeichnet) , Bier, Hotels einfach alles. Die Tempel in der Region Angkor wurden im 11. Jahrhundert erbaut und seit ihrer Erbauung stark vernachlaessig. Besonders in der Zeit der Roten Khmer war eine Restaurierung der Tempelanlagen unmoeglich. Nun haben jedoch viele nationale Organisationen finanzielle Partenschaften uebernommen. So restauriert der Geologielehrstuhl der FH Koeln die prominenteste Tempelanlage und bildet zeitgleich Restaurationsteams aus - eine gute Sache.

Bjoern und ich haben uns also eine Tuk-Tuk Fahrer geschnappt und sind mit ihm von Sonnenaufgang (5:30) bis -untergang (18:00) zwischen den einzelnen verstreuten Tempelanlagen hin und her geduest. Sehr beeindruckend, um nur einen Tempel herauszuheben, war die Anlage in der Szenen von Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht wurden. Dieser Tempel ist zu groesstem Teil vom Dschungel umschlossen und riesige Baeume wachsen durch und ueber die massiven Steinmauern. Ich werde mir in Deutschland das Filmchen noch mal ausleihen und mir die entsprechenden Szenen genau anschauen.

Abends beim letzten Essen in Kambodscha haben wir unserem Kellner mal wieder ein Gespraech aufgezwungen. Da das Restaurant komplett leer war, hat der Service fuer die anderen Gaeste auch nicht gelitten :) Es stellte sich heraus, dass unser guter Kellner einen Bachelor in Finance hat und tagueber fuer deine Behoerde arbeitet. Dort verdient er 30 US$ im Monat, obwohl er 5 Tage die Woche 8h arbeitet! Deswegen muss er abends noch ca. 6h in dem Restaurant helfen, um mit zusaetzlichen 20 $US abgespeist zu werden . Immerhin ist noch ein warmes Bettchen mit drin. Eigentlich unvorstellbar, dass ein gut ausgebildeter Mittzwanziger mit annehmbaren Englischfaehigkeiten so bezahlt wird - eine andere Welt.

Dieser Kontrast wurde uns erst wieder am naesten Tag bewusst, als wir am neugebauten Flughafen von Siem Riep Richtung Laos abgeflogen sind. Hier waren nur die 4-5 Sterne Touri, und dazwischen zwei Pseudo-Backpacker aus Deutschland. In einem Shop kostete eine Packung Celebrations (die kleinen Mars, Snickers, etc. Teile) 17 $US. Ich habe gehoert, dass einige Personen dafuer 17 Tage arbeiten muessten. Krasser Kontrast!

Am Flughafen waren wir mal wieder etwas angepisst, weil wir vor unserem Abflug kurz 25 $US abdruecken durften - Flughafensteuer. Davon gehen wahrscheinlich wieder 80% in die Taschen der korrupten Politiker. Aehnlich wie mit den Tankstellen in Vietnam. Die Oelgesellschaft gehoert mehrheitlich dem Ministerpraesident, deswegen kostet ein Liter auch ueber 1$US. Also bitte liebe Deutschen beschwert euch nicht, wenn in Deutschland der Liter umgerechnet 1,60 $US kostet. Mit den 70% Steuern wir unser engmaschiges Renten- und Pflegesystem finanziert und nicht die Lebenshaltungskosten von einer kleinen politischen Elite!

0402_Siem Riep (Kambodscha)
7.-9. Dezember 2006 - 29 Fotos

07 Dezember 2006

Sandwich mit Nachgeschmack

Nach fast 4 Monaten Glueck hat es mich gestern erwischt - ein Sandwich mit frischen Paprika hat meinen Magen voellig aus der Bahn geworfen. So konnte ich gestern die halbe Nacht lang die Keramik der Toilette von Nahem inspizieren. Zu allem Unglueck mussten wir heute auch noch mit dem Bus die ca. 300km lange Strecke gen Norden nach Siem Riep hinter uns bringen. Gemeinsam mit ein paar buddhistischen Moenchen rasten wir mit einem geisteskranken und permanent hupenden Busfahrer ueber die Hugelpiste unterlegt mit schrecklicher kambodianischer Musik. Ich und mein Magen waren froh als "wir" nach 5 Stunden aussteigen konnten.

Auf der Fahrt haben wir wieder etliche Reisfelder gesehen. Aehnlich wie in Vietnam duerfen die Reisbauern hier ihre Angehoerigen auf den Feldern beerdigen. Dabei werden die Koerper der Verstorbenen jedoch nicht eingeeschert, sondern einfach im Feld eingegraben und ein Grabstein draufgesetzt. Was da an Giftstoffen durch den Verwesungsprozess in die Reisfelder gelangt moechte ich mir gar nicht ausmalen.

Kulinarische Leckerbisse gab es an den Zwischenstopps waehrend der Busfahrt. Bjoern hat tatsaechlich an einem Essensstand einen ganzen Eimer mit Spinnen (Groesse von Vogelspinnen) gefunden. Diese werden auf den Feldern eingefangen, frittiert und als Delikatesse angeboten - nein Danke! Vielleicht haben wir aufgrund dieses Wissens auch unser Hotel noch einmal gewechselt. Wir hatten bereits eingecheckt und lagen auf dem Bett unserer beschaulichen Bambushuette, als ueber Bjoerns Fuss eine fette Scharbe krabbelte. Als uns dann im Bad noch eine 11-koepfige Spinnenfamilie begruesste war fuer uns der Drops gelutscht. Mit wehenden Fahnen suchten wir ein neues Hotel, das nun auch nur 1 US$ teurer ist.

Ich hatte in den letzten Monaten wirklich schon bessere Tage erlebt. Gleich werde ich die Reizbarkeit meines Magens austesten und das erste Mal fuer heute etwas essen...

06 Dezember 2006

Alles Roger in Kambodscha

Ein Exklusivtour durch Phnom Penh! Zusammen mit einem Schweizer gings heute fuer 7 Stunden mit einem Minibus durch die Hauptstadt. Wir hatten Glueck mit der Gruppengroessen, weil wir somit die Tour individuell mit unserem Busfahrer (Gott sei Dank Englisch sprechend) abstimmen konnten.

Erster Anlaufpunkt waren die Killing Fields. Waehrend der Diktatur der Roten Khmer (1975-1979) wurden im Kambodscha bis zu 3 Mio. Personen (meist buergerliche Elite) ermordet. Bei einem 12 Mio. Einwohnerland eine unvorstellbare Groesse. Deswegen sind heutzutage auch 40% der Einwohner juenger als 15 Jahre. Auf den von uns besuchten Killing Fields wurden die groesste Ansammlung von Massengraebern gefunden - 17.000 Menschen fielen hier dem Regime zum Opfer. Ein bedrueckendes Erlebnis. Das jedoch durch das Wissen getruebt wurde, dass ein Japaner die Gedenkstaette gekauft hat und damit wahrscheinlich viel Geld machen wird (Einritt noch 2 US$, obwohl auf den Tickets schon 3 US $ steht). Der gute Mann sollte mal einen Kurs in Business-Ethik belegen.

Im S-21 einer ehemaligen Schule, die in der beschriebenen Zeit der Roten Khmer in ein Foltergefaengnis umgewandelt wurde, wurde die Kost nicht leichter. Individuelle Schicksale der Insassen, Zellen und Foltergeraete wurden dargestellt. Auch ein Buch lag aus in dem man seine Gedanken nieder schreiben konnte. Zwei Aeusserungen stachen besonders heraus:
"A shame that the US do not abolish torture"
"Too sad that all this is still happening today"
Leider waren die Erlebnisse nicht nach europaeischem Standard recherchiert und aufbereitet. Dies haette der Ausstellung mit Sicherheit noch mehr Eindruck verliehen!

Mit einem kleinen Marktaufenthalt und dem Besuch des Nationalmuseums fand der Tag ein Ende. Besonders lustig fanden wir ein unverhofftes Wiedersehen mit unseren finnischen Kommilitonen nach dem Museumsbesuch. Sued-Ost-Asien hat scheinbar so wenige Sehenswuerdigkeiten, dass man sich zwangslaeufig die Wege kreuzen. Vielleicht ist der LonleyPlanet auch an allem schuld :)

0401_Phnom Penh (Kambodscha)
5.-6. Dezember 2006 - 14 Fotos

Durian bescherte unvergessliche Eindrueck

Am naechsten Morgen (Dienstag) mussten wir uns um 6h aus dem Bett quaelen. Mit einem leckeren Baguette und Warten auf den Tourbus zum Fluss begann der Tag. Wir hatten in unserem 2-Tages-Programm von T-N-K vorgesehen einen Tag den Me Kong stromaufwaerts zu fahren bis zur Hauptstadt von Kambodscha - Phnom Penh. Der Bus lies auf sich warten und die Mitarbeiter telefonierten hektisch. Schliesslich wurde uns mitgeteilt, dass aufgrund von Durian der gesamte Bootsverkehr auf dem Me Kong eingestellt wurde.

Planaenderung: Mit dem Bus sollte es nun nicht direkt an den Fluss gehen, sondern erst ueber die Grenze dann mit dem Boot und schliesslich wieder mit einem anderen Bus in die Stadt - eine Variante, die sehr selten gewaehlt wird, also auch etwas unerprobt ist. Eine Stunde lang verlief die Fahrt ohne Probleme Bis wir kurz vor der Grenze in ein Dorf kamen im dem eigentlich eine Bruecke stehen sollte, die man mit einem Minibus ueberqueren koennte. Die war aber nicht mehr, weil sie gerade modernisiert wurde. Schluss mit Bequemlichkeit! Der Backpack wurde aufgeschnallt und der letzte Kilometer bis zur Grenze dank einer kleinen Behelfsbruecke zu Fuss erreicht. Viele Lacher bekamen zwei Polinnen, die in Asien etwas zu viel eingekauft hatten und dadurch nun jede 3 Tachen tragen mussten - Konsumopfer... Nicht nur im Dorf, in dem die Bruecke "fehlte", sondern auch in den Orten, in denen wir unterschiedlichste Flussarme via Faehre ueberqueren mussten, waren die Dorfbewohner sehr interessiert an uns. Da normalerweise auf dieser Route keine Touris verkehren, war unsere Gruppe von 30 Backpackern das absolute Dorfhighlight des Monats. Als eine Mitreisende ihr ausklappbares Fahrrad herausholte, um den Weg bis zur Grenze zu radeln, staunten die Vietnamesen nicht schlecht.

An der Grenze mussten wir fast 1,5 Stunde warten bis unser Visa abgestempelt werden konnte. Der Himmel war immer noch stark bewoelkt und es wehte eine etwas staerkere Brise. Nach der beschriebenen Wartezeit sollten wir nun ein rostiges Boetchen besteigen, dass uns den Fluss aufwaerts nach Phnom Penh bringt. Irgendwie hatte keiner mehr Lust auf die Bootstour, besonders weil kein anderes Schiff auf dem Me Kong zu sehen war, aber die kambodschanische Verwaltung hatte der Fahrt zugestimmt. Als dann der Kapitaen auch noch mit einer Rohrzange die Ruderseile festgezurrt hatte, hab ich mir schon mal eine Rettungsweste gekrallt. Zum Glueck wurde die "See" ruhiger und wir kamen nach 2 Stunden ruckeliger Fahrt trocken in einem kleinen Kaff an. Von dort gings in die Hauptstadt, wo wir an einem kleinen See ein Himmelreich fuer Backpacker gefunden haben - 2,5 US$ pro Person pro Nacht, sauber und leckeres Essen!

Trotz des etwas konfusen Verlaufs des Tages habe ich ihn im Nachhinein als sehr positiv empfunden. Ich habe wahnsinnig viel von der Landschaft gesehen. Mich an den lachenden Kinderaugen erfreut und meinen Horizont wieder ein klein wenig erweitert. Manchmal verlaeuft das Ungeplante am Schluss besser als man es je haetten im Vorhinein organisieren koennen. Danke T-N-K :)

Noch eine kleine Info: Nein ich fuehle mich immer noch nicht wie ein Backpacker! Ich werde auch wohl nie einer werden und beschreibe mich persoenlich einfach nur als ein rastloser Touri mit einem grossen Rucksack, der sich zusammen mit seinem Mitstreiter Bjoern in gewissem Masse versucht an die "Backpackerkultur" anzupassen. Im Herzen bleibe ich doch ein neoliberaler Schnoesel :)

Me Kong powered by T-N-K

Nach laengerer Abstinenz mal wieder ein paar Anekdoten aus dem wilden Osten.

In Bezug auf die angesprochene Me Kong Tour im letzten Posting muss ich darauf hinweisen, dass Bjoern und ich uns entschlossen hatten eine organisierte zweitaegige Rundreise zu buchen. Diese war hervorragend organisiert, auch wenn wir von unserem Tourguide annaehernd ge"brainwash"t wurden, er wies permanent auf den Veranstalter T-N-K hin. Nun ja auch eine Form der Markenbildung...

Durch die Tour haben wir Einblicke in das Leben der Bevoelkerung im Me Kong Delta bekommen, deren Leben mit den Gezeiten und leckere Kokosbombons probiert - hmmm. Doch die ersten Auslaeufern von unserem "Reisebegleiter" Durian waren offensichtlich, denn der Seegang im Delta war staerker als gewohnt. Mit positiven Eindruecken machten wir und auf die Fahrt an die Grenze zu Kambodscha und verabschiedeten uns von unserer Reisetruppe, die noch einen zweiten Tag im Delta blieb. Im von Einheimischen gefuellten Minibus haben wir unsere Eindruecke verarbeitet. Besonders habe ich ein aelteres Ehepaar (65+) aus der Schweiz bewundert, dass nun schon seit 5 Wochen druch Asien reist (Backpacking) und noch 5 Monate, abhaengig vom Gesundheitszustand, vor sich hat. Hut ab! Aber die sind nach ihrem Studium (1960er) bereits ein halbes Jahr durch Indien gereist - in den 60ern!

Der Aufenthalt ueber Nacht in der Grenzstadt war von T-N-K gut organisiert worden - fast pauschaltourimaessig :). Im Internet hatten Bjoern und ich jedoch die Zeit vergessen, wodurch wir um 21h kein offenes Restaurant fuer unser Abendbrot mehr gefunden haben, der Koch aus dem Hotel war ebenfalls bereits zu Hause. Also haben wir uns auf den Marktplatz gesetzt und die Einheimischen beglueckt. Von einem Essensstand gab es Nudelsuppe, vom zweiten die Getraenke vom letzten frischen Baguette (sehr gut durch franzoesischen Kolonialeinfluss). Somit haben wir allen ein kleines Umsatzplus beschert und hatten trotz Sprachbarriere Spass mit den Jungs.

0301_Saigon (Vietnam)
1.-5. Dezember 2006 - 33 Fotos

03 Dezember 2006

Good Morning Vietnam!

Wir haben es geschafft!
Nach einer Nacht im Rotlichtbezirk auf den Philippinen, einer durchgemachten Clubnacht in Singapore (Stopover) und dem Abflug um 6:45h nach Saigon (Vietnam) sind wir gestern heile angekommen. Ich hatte mir Vietnam komplett anderes ausgemalt. Saigon (auch Ho Chi Min) ist mit 7 Mio. Einwohner die groesste Stadt den Landes. Das Interessante ist, dass der Verkehr meist aus Motorrollern besteht. Immerhin 4 Mio. Stueck sind in der Stadt registriert. Es gibt auch keine Fussgaengerampeln. Man geht einfach langsam ueber die teils sechsspurigen Strassen und hofft, dass man nicht angefahren wird. Diese Selbstverantwortung, die auch in vielen anderen Bereichen in Asien fuer mich fast zur Selbstverstaendlichkeit geworden ist, werde ich mit Sicherheit im ueberregulierten Deutschland vermissen - wo das Hauptziel ist, die Schuld beim Dritten / Staat zu suchen.

Nach dem kurzen gestrigen Kulturporgramm (Praesidentenpalast - sieht aus wie ein DDR-Gebaude aus den 70ern & Kriegsmuseum - Bilder vom Vietnamkrieg) haben wir heute unseren ersten Touritrip gemacht. Die Fahrt zu den Tunneln lief fast ab wie in einer Pauschaltourimaschine (Malloze, Kanaren, etc.). Das unterirdische Labyrinth wurde vom Viet Kong (Gurillia im Vietnamkrieg) angelegt und von dort aus die US Boys bekaempft. Ca. 15000 Menschen lebten in den Tunneln. Fuer meinen Geschmack zu stark kommerzialisiert, man konnte mit einer AK schiessen (Gewehr, das im Vietnamkrieg eingesetzt wurde) - ein Schuss 1,6 US $. Nach diesen zwei Tagen bin ich mir mal wieder ueber den Grund meiner Verweigerung des Wehrdienstes bewusst geworden - ich alt 68er :)

Morgen geht in den Sueden ins Me Kong Delta und dann mit dem Boetchen den Strom aufwaerts bis zur Hauptstadt von Kambodscha, die wir hoffentlich Uebermorgen erreichen!

29 November 2006

Vietnam - wir kommen!

Der Visaprozess ist durch. Ich habe gerade die Bestaetigungsmail erhalten - moderner Kommunikation sei Dank. Jetzt muss uns der gute Grenzbeamte nur noch reinlassen!

Philippinen - Land der 7000 Inseln

Manila, mit 12 Mio. die Hauptstadt der Philippinen, war unser erster Stopover. In dieser Stadt habe ich mich so unsicher gefuehlt wie nirgendwo zuvor. Die Polizei ist angeblich stark bestechlich, wenn man ueberhaupt einen offiziellen Polizisten sieht. Ca. 80% der Geschaefte haben einen privaten Sicherheitsfuzzi an der Tuer stehen, meist bewaffnet mit einer Schrotflinte! Bevor man in eine Bank oder Mall geht, wird die Tasche durchleuchtet wie beim Flughafen-Check-in. Ich weiss nicht, ob diese Prozeduren mein Unwohlsein eher gemindert oder gesteigert haben.

Nach 1,5-stuendiger Suche habe wir tatsaechlich die vietnamesische Botschaft gefunden, um unseren Visaprozess anzustossen. Das Handling haette jedoch mindestens bis Freitagmittag gedauert, weil unsere Unterlagen nach Hanoi in die Einwanderungsbehoerde geschickt worden waeren. Da unsere Flieger am Freitagnachmittag geht, war uns diese Alternative zu unsicher. Wir vertrauten uns einer Online-Agentur an, OK - nicht wirklich sicherer aber wir sind ja Kinder der naiven Generation Internet. Dieser Dienstleister verspricht ein Abwicklung innerhalb von 2 Tagen, weil die Unterlagen gefaxt werden und das Gesamte zu geringeren Kosten (40 US $ pro Visum + 50 US $ "Schmiergeld" (Stamping Fee) bei Einreise) . Nun ja dafuer musste ich meine Kreditkartendetails offenbaren. Wenn also im naechsten Monat 1000 $ US Telefonsexgebuehren angefallen sind, muss ich mich mit Comdirect bzw. Visa-Card um deren Erstattung rumschlagen - ich bleibe jetzt aber mal optimistisch. Somit haetten wir uns im Nachhinein gar nicht auf das heisse Pflaster Manilas begeben muessen, da wir 40km noerdlich der Hauptstadt gelandet sind.

Nun ging es entgegen unserer urspruenglichen Planung nicht nach Sueden sondern nordwaerts. Wir haben in Kota Kinabalu beim Check-In, der fast eine Stunde gedauert hat, mit einem Philippino (Dr. Norbert0 ;) ) gesprochen. Er hat uns die Augen geoeffnet, dass die geplante Fahrt in den Sueden zu den Walhaien - ca. 250 km - ungefaehr 14 bis 16h mit dem Bus dauern wuerde. Bjoern und ich befinden uns ploetzlich in einer neuen Zeit- bzw. Distanzrechnung. Wir hatten 6h kalkuliert! Somit ging es nach Norden zu den "Hundret Island". Ein Ort, der uns vom Doctore empfohlen wurde und nicht im Lonleyplanet (Reisefuehrer) beschrieben war. Aufgrund der geringen Infolage also ein kleines Risiko, aber wir wurden belohnt. In einer Bucht gelegen befinden sich 107 Insel deren Landschaft stark der von Thailands Ko Phi-Phi (Drehort von "The Beach") gleicht. Vorteil: die Natur ist unberuehrt (bis auf 3 leicht entwickelte Inseln) und absolut keine Touris sprich kein Sterotyp eines Backpackers: langes filziges Haar unter einer selbstgehaekelten Wollmuetze in Jamikafarben, 10-Tage Bart, Lonleyplanet unterm Arm, lila Jutebeutel ueber der Schulter und braunem Tshirt mit gruenem Canabisblattaufdruck... immer diese Klischees, aber reduzieren ja den "kognitiven Verarbeitungsprozess" des Gehirns, wie ich letztens gelernt habe - das Gehirn ist also arbeitsverweigernd :)

Der Tag auf den Hundret Islands war wunderbar! Hab mir beim Kajakfahren oder Schnorcheln einen kleinen Sonnenbrand geholt, aber das wird fruehestens mein Dermatologe in 20 Jahren bemaengeln. Abends zurueck auf dem Festland habe ich mit den Locals schoen Basketball (Nationalsport) auf dem Dorfplatz gezockt. Das ist "cultural learning", weil kaum einer von den Jungs Englisch gesprochen hat. Danach waren wir noch Karaokesingen - Asien pur!

Heute wollten wir eigentlich zu den Reisfeldern weiter gen Norden tuckern, aber nach 2/3 der Strecke haben wird zwangslaeufig aufgeben muessen. Die Reisplantagen (2000 Jahre alt) liegen so unerreichbar in den Bergen, dass wir von hier (Baguio) noch einmal 6 h haetten fahren muessen. Die Busse verkehren aber leider nur uebernacht. Dies waere von unserer Zeitplanung zu knappt gewesen, weil wir unseren Flug am Freitag nach Singapore aufs Spiel gesetzt haetten. Als "relativ" zahlungskraeftige Europaeer haben wir uns dann einen Spass erlaubt. Wir haben einen Taxifahrer gefragt, ob er uns zu den Reisplantagen faehrt. Stille! "No too far." Unsere Antwort: "Just tell us any price!" Die Kinnklappe fiel runter. Man bemerkte das Rattern der Gehirnwindungen. Nach 2 Minuten - immer noch leicht schockiert - ein "No sorry man - too far." Man kann sich eben doch nicht alles kaufen... aber schon seltsam hier auf die Idee zu kommen mit einem Taxifahrer ueber ein 6h Tour (one way) zu verhandeln. Bjoern und ich hatten ja insgeheim auf das gewohnt taktische "Can noooooooot" unserer malaysischen Taxifreunde zum Beginn jeder Preisverhandlung gehofft, hier war aber nichts zu machen...

02_Philippienen
25.-30. November 2006 - 19 Fotos

25 November 2006

Wild Life - Orang Utans & Schildkroeten

Nachdem Bjoern und ich die Flora in den unterschiedlichen Klimazonen Borneos (Mt. Kinabalu) kennengelernt haben, entschieden wir uns im weiteren Verlauf die Fauna naeher zu inspizieren. Dies bedeutet, dass wir vor zwei Tagen ein Orang Utan Rehabilitationszentrum besucht haben. Hier werden die Primaten fuer 6 bis 10 Jahre betreut, versorgt und auf die Auswilderung vorbereitet. Gestern haben wir eine Nacht auf Turtle Island (Pulau Selingan- www.wildasia.net) geschlafen - eine kleines Inselchen vor der Kueste Borneos auf der nachts Schildkroeten ihre Eier im Sand buddeln. Tagsueber war es wahnsinnig langweilig. Das Wetter schwankte zwischen stark bewoelkt und kurzen Sonnenstrahlen, lud also nicht zum Sonnenbaden ein. Wir mussten uns bis 22h gedulden, als endlich eine "Mother Turtle" von einem Parkranger gesichtet wurde. Die Inselgaeste (25) versammelten sich um die Schildkroete, nachdem diese ihre Eier (37 Stueck) gelegt hatte. Nachhaltiger Tourismus sieht meiner Ansicht nach anders aus, aber wir haben dem Spektakel schliesslich auch gefroent. Nichtsdestotrotz war es sehr beeindruckend, dieses Schauspiel der Natur zu verfolgen, das man sonst nur zwischen 14h und 15h in irgendwelchen Tierfilmchen in den Oeffentlichen sehen kann. Nach der Eiablage wurden diese in die Aufzuchtstation gebracht und dort im Sand vergraben und gekennzeichnet. Das Real Life Erlebnis endete mit der Freilassung der frisch geschluepften Miniturtle ins weite Meer.

Nun sitze ich mit einem kuehlen Bierchen wieder in Kota Kinabalu und werde heut' Abend noch etwas feiern gehen, bevor wir Morgennachmittag nach Manila (Philippinen) fliegen.

Dennoch ist die Stimmung noch etwas bedrueckt, weil Bjoern und ich immer noch nicht wissen, ob wir nun nach Vietnam einreisen koennen. Man braucht selbst als deutscher Tourist ein Visum. Diese versuchen wir in der vietnamesischen Botschaft in Manila zu erhalten. Unsere letzte Alternative ist eine etwas unserioes erscheinende Internetagentur, die uns ein Visum besorgen koennte. Nun ja - das bekommen wir zwei auch noch geschaukelt.

0103_Orang Utan & Turtle Island (Borneo/Malaysia)
23.-24. November 2006 - 16 Fotos

23 November 2006

Der Himmel zum anfassen auf 4093 m

21. November
10:45 - 0 KM - 1800 m NN
In der Sutera Sanctuarz Londge bereiten Bjoern und ich uns auf den Aufstieg vor. Nachdem wir alle Formalitaeten (Gebuehren, Versicherung, etc.) geklaert haben, mussten konnte es endlich losgehen. Bis zum Gipfel sind es scheinbar nur 9 km dennoch kommt in mir Nervositaet auf, die wohl in der Ungewissheit der naechsten 24h begruendet ist. Die Ironie an dem Bergaufstieg ist, dass wir (Bjoern, ein Paerchen [USA&NL], Guide & ich) erst absteigen mussten, an einem Wasserfall vorbei, um endlich auf den richtigen Pfad gen Gipfel zu gelangen.

10:56 - 0,5 KM - 1935 m NN
Die Gruppe ist in aeusserst lockerer Stimmung. Man lernt sich kennen und haelt einwenig Smalltalk. Der Weg fuehrt vornehmlich ueber stark verwurzelten Waldboden.

11:07 - 1,0 KM
Es wird die erste kleine Pause eingelegt. Wir sehen erstmals in die erschoepften Gesichter einer Bergsteigergruppe vom Vortag, die nun gleich wieder die Basisstation erreicht hat.

11:20 - 1,5 KM
Es wird stiller. Dies bezieht sich zum einen auf die Gruppengespraeche, da sich nun jeder auf seine Schritte konzentrieren muss, zum anderen auf die Natur, denn der Regenwald lichtet sich langsam und die Tierlaute werden seltener. Langsam beginnen die Poren zu arbeiten. Auf meinem Ruecken laufen die ersten Schweissperlen hinunter.

11:30 - 2,0 KM
Das Herz schlaegt laut und die Beine beginnen zu pochen. Langsam beginnt wohl meine Fettverbrennung :). Ich ueberlege, ob wir den Berg vielleicht zu schnell angehen, schliesslich habe ich jetzt viel Zeit zum nachdenken...

11:46 - 2,5 KM
Der Weg wird steiniger. Am Wegesrand wachsen wunderschoene Blumen.

11:56 - 3,0 KM
Leichtes Zwicken in der linken Wade. In kleinen Stakkatoschritten muss es weitergehen. Die Natur entschaedigt. Auf dieser Hoehe sind ca. 60% des Bodens mit Orchideen bedeckt. Eine leichte erfrischende Brise kommt auf.

12:20 - 3,5 KM
Der Koerper baut schon etwas ab. Wir reduzieren unsere "Angriffsgeschwindigkeit". Die Sicht wird schlechter, da wir schon auf Wolkenhoehe sind. Uns kommt eine Japanerin in FlipFlops entgegen. Mit FlipFlops auf dem Steilhang... das koennen nicht nur Asiaten, aber ich habe Gott sei Dank festes Schuhwerk.

12:43 - 4,0 KM - 2702 m NN
Die koerperliche Situation besser sich. Der Kreislauf ist trotz des schnellen Anstieges immer noch OK. Ich habe die erste Aspirin zur Blutverduennung genommen. 13:03 - 4,5 KM Die Zwischenstation bei 6 KM rueckt naeher. Das befluegelt wieder zu Spaessen, Smalltalk und Gruppenfotos.

13:29 - 5,0 KM
Trotz des kleinen Zwischentiefs sind wir hervorragend in der Zeit. Wir gehen jetzt auf Granit, der deutlich steiler verlaeuft als der Weg zuvor. Ich beginne die Kilometerschilder zu lieben.

13:47 - 5,5 KM
Ein Erdhoernchen mit einem Maul voll Stroh ist das letzte Tierchen, dass ich bis zum Gipfel sehe. Die Euphorie steigt, da wir die Wolkenschicht durchstossen haben und nun die Sonne wieder zum Vorschein kommt.

14:04 - 6,0 KM - ca. 3100 m NN
Wir sind nach nur 4,5 h an der Zwischenstation angekommen und koennen das erste Mal den Gipfel sehen. Hier nehme ich meine kaelteste Dusche seit langer Zeit - frisches Bergwasser. Der Schildkroeteneffekt laesst gruessen...

22. November
2:00
Der Wecker klingelt. Die Nacht war schrecklich. Die Hoehe hat das Atmen bereits erschwert, somit habe ich kaum geschlafen. Die ganze Nacht ueber habe ich Blitze gesehen. Meine Stimmung ist etwas getruebt.

2:32
Der Aufstieg zum Gipfel beginnt. Die Gruppe hat sich um einen Teilnehmer reduziert, der wegen Knieproblemen in der Zwischenstation geblieben ist. Wir gehen aus der Huette. Es ist unglaublich kalt aber der sternklare Himmel entschaedigt. Die Blitze waren bzw. das Gewitter war scheinbar weit entfernt gewesen.

3:07 - 6,5 KM
Der Boden ist feucht. Die Muedigkeit beschwert das Laufen. Ich muss bei jedem Schritt in der Dunkelheit auf meine Fuesse achten.

3:46 - 7,0 KM
Wir erreichen den Steilhang. Ab hier geht es fast nur noch mit Hilfe eines Seils den steilen Anstieg hinauf. Die ersten Wolken ziehen auf. Sehen wir doch keinen klaren Sonnenaufgang?

4:22 - 8,0 KM
Die Vegetation ist minimal. In den Granitspalten wachsen nur noch kleine Graeser. Die Beine werden schwerer und das T-Shirt unter dem Pullover und der Jacke wird langsam feucht. Wir sehen trotz der Nacht den vor uns aufragenden Gipfel.

4:51 - 9,00 KM - 4092 m NN
Der Gipfel! Wir haben ihn vor Sonnenaufgang erreicht. Befriedigung macht sich breit auch die letzten fordernden 2 KM (seit Kilometer 7) gemeistert zu haben. Wir wurden mit einer unglaublichen Sicht waehrend des Sonnenaufganges um ca 5:30 belohnt. Unser Guide meinte, dass man so ein Wetter maximal einmal pro Woche erwarten koennte, leicht bewoelkt mit einem kleinen Lueftchen. Endlich mal wieder Glueck...

Nach ca. 1,5 h auf dem Gipfel begannen wir mit dem Abstieg. Die Basisstation erreichten wir gegen 11:30h mit sehr schweren Beinen, schmerzenden Gelenken vom steilen Abstieg und leicht uebermuedet.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass sich dieser Trip gelohnt hat. Dies erklaert sich besonders im Wetter, denn waehrend des kompletten Abstieges hatten wir schoenen Sonnenschein. Der Aufstieg war mit Sicherheit fordernd, besonders in dem von uns eingeschlagenen Tempo. Vielleicht haette man es auch etwas ruhiger angehen koennen... Dennoch hat mir dieser Berg mit Sicherheit nicht meine Grenzen aufgezeigt.

0102_Mount Kinabalu (Borneo/Malaysia)
20.-22. November 2006 - 26 Fotos

20 November 2006

Ranau - am Fusse des Mount Kinabalu

Bjoern und ich sitzen nun im Schatten unserer psychisch im Besondern physisch groessten Herausforderung - Die Besteigung des Mount Kinabalu (4100m).

In den ersten Tagen hatten wir zwei ein leichtes Aufwaermprogram. Mit einem verspaeteten (obwohl wir puenktlich waren :) ) Flug von KL nach Brunei ging's los. Wir hatten zwei populaere Mitreisende. Der kleinste und der groesste Mann der Welt sassen mit uns ein einem Flieger. Leider kann ich das Beweisfoto momentan nicht hochladen.

Brunei ist ein Kaff. Der unabhaengige Staat, der von einem Sultan gefuehrt wird, zaehlt nur 350.000 Einwohner und besteht aus nichtsweiter als ein paar profitablen Oelquellen und natuerlich Moscheen... Wir mussten moeglichst schnell an die suedliche Grenze gelangen weil wir erst um 22h gelandet sind. Am naechsten Morgen um 10h ging schon unser Anschlussflug von Miri (Malaysia) nach Mulu (Nationalpark). Das Taxi fuer umgerechnet 75EUR war uns zu teuer. Zum ersten Mal spielten wir Anhalter. Gott sei Dank sehr erfolgreich. Bereits nach wenigen Minuten hielt ein freundlicher Endzwanziger mit seinem roten Ford Minivan. Er brachte uns fuer nur 20EUR bis in die Grenzstadt Kuala Beleit. Wir mussten nicht im Park schlafen (erste naive Ueberlegung), sondern haben um 2h nachts in der Pampa noch ein Hotel gefunden.

Die Busfahrt nach Miri inklusive Grenzabfertigung verlief ohne Probleme, abgesehen von einer "Beinah-Schlaegerei" am Ticketcounter, Bjoern & ich sassen da schon im Bus, und geduldigem Warten an der Grenze (in Asien wird man seeeeehr geduldig). Von Miri zum Flughafen habe ich das erste Mal ein lebendes Tier in einem asiatischen Bus gesehen. Nein Mama - wir fahren hier normalerweise nicht mit Ziegen, Scheinen und Kuehen in einem Bus ;-). Ein Malaie kam gerade vom Shoppen und hatte in einer kleinen schwarzen Plastiktuete ein truebe dreinguckendes Huhn. Nun fragt man sich - Abendessen oder Gassigang?

Mit einer vollbesetzten Focker (40 Pax) flogen wir in den Mulu Nationalpark. Nachdem wir die ueblichen Abzocker am Flughafen hinter uns gelassen hatten konnten wir die pure Natur geniessen. Wie versprochen - Bilder folgen in einigen Wochen. Mulu bietet den goessten Hohleneingang der Welt. Aus diesem fliegen taeglich zwischen 17h und 19h bis zu 3 Mio. Fledermaeuse, um auf Nahrungssuche zu gehen. Diese Tiere machen natuerlich auch richtig viel Scheisse in Fachsprache "jungle gurana". Dementsprechend stank es in der Hoehle wahnsinnig. Aber da mussten wir durch - im wahrsten Sinne des Wortes! An diesem Tag hatten wir leider kein Glueck das beeindruckende Naturschauspiel zu erleben, wenn sich die Fledermaeuse fuer eine Stunde lang in einem duennen scheinbar endlosen Schwarm aus der Hoehlenoeffnung schlaengeln. Die Fledermauese sind wahrscheinlich zum Islam konvertiert und haben verpasst, dass Rhamadan schon beendet ist... Wir haben die Tierchen nicht in Aktion gesehen.

Dafuer war das Abendessen genauer die Atmosphaere sehr beeindruckend:
Links neben mir eine Lampe um die sich Muecken tummelten. Aus dem Hintergrund kam minueltich eine Fledermaus (wahrscheinlich ein Atheist) auf Beutezug (Muecken) geschossen;
Rechts unten ein kleiner Tuempel aus dem undefinierbare Laute (Froesche?) heraufstiegen und oben ein Schwarm Gluehwuermchen - wahrscheinlich keine bevorzugte Speise von Fledermaeusen;
Am Himmel riesige Blitze eines Waermegewitters in weiter Ferne;
Dschungel at its best!

0101_Mulu (Borneo/Malaysia)
18.-20. November 2006 - 15 Fotos


Mit einer Focker gings heute Mittag gen Norden nach Kota Kinabalu. Ein sehr angenehmer Flug, da nur 4 Personen im Flieger waren. Mit der Flugroute kann man sich keine goldene Nase verdienen. Ganz anders als der Grieche, der von einigen Jahren die Herbergen am Mount Kinabalu gekauft hat (5 im gesamten Nationalpark) . Die Buden sind 4 Tage im Voraus ausgebucht und das nachdem die Preise sich seit dem letzten Jahr verdreifacht haben. Nun ja, Bjoern und ich haben uns mit viel Charme (ja der Schleim triefte schon) 2 Bettchen (a 15EUR)fuer die Mittelstation am Berg erarbeitet. Dort werden wir Morgenabend hoffentlich rechtzeitig einkehren.

Die tiefsten Gründe auf die Berge zu steigen liegen darin, dass ich die stärksten Erfahrungen nur haben kann, wenn ich bis an den Rand der Möglichkeiten gehe. (Reinhold Messner)

Oder wie ich es zu sagen pflege:
Man muss eine Grenzen kennen... und eine Schritt weiter wagen!

08 November 2006

South-East Asia in a nutshell

Anbei eine kleine Übersicht bezüglich der bereits gemachten Erfahrungen (grüne Kästchen) und der vage geplanten Ziele (rote Punkte) der "Abschlussreise" durch Asien. Dabei ist besonders der Abstecher nach Hong Kong stark von der "Budgetbeschränkung" abhängig und fällt dieser wahrscheinlich leider zum Opfer.

Singapore – hier kann man auch vom Boden essen…

Für ein Wochenende ging es diesmal ins südlich gelegene Singapore. Der Stadtstadt, der in den 50er Jahren seine Unabhängigkeit von Malaysia erklärt hat, machte in der Vergangenheit durch seine totalitäre Regierung von sich Reden (siehe „The Fine City“). Die harten Strafen gegen Kriminalität und Verschmutzung zeigen jedoch positive Auswirkungen auf das Stadtbild. Singapore ist unglaublich sauber und sicher. Die Verkehrsinfrastruktur ist dem deutschen Standard etwa 10 Jahre voraus und die meisten Einwohner sind sehr gut gebildet und gepflegt. Teilweise hatte ich den Eindruck in einer US Metropole zu sein und nicht in einer asiatischen Großstadt. Im Vergleich zu Bangkok und Kuala Lumpur schwebt Singapore in anderen Sphären. Zwar sind die Lebenshaltungskosten im Zwergenstaat nur etwa 10-20% unter dem deutschen Niveau, dafür verdient man in Singapore aber auch auf internationalem Niveau.

Bei unserer Unterbringung war diesmal Name auch Programm „Waterloo Hostel“… Stinkende Zimmer, Frühstück, das man besser nicht zu sich genommen hat und ein recht hoher Preis - 37,5 EUR für das Doppelzimmer. Björn und ich plus einige Freunde aus Bangkok haben unsere Stimmung aber nicht vertrüben lassen und haben mal wieder zahlreiche Touriattraktionen abgeklappert. Battle Box - die Kommandozentrale der Briten im WW2; Night Safari – eine Zootour bei Nacht; Mount Faber – eher ein ca. 100m hohes Hügelchen, trotzdem mit sehr schöner Aussicht; Seilbahnfahrt zur Sentosa Island; Images of Singapore – Entwickungsgeschichte des Landes (Hier kam ich mir vor wie im Disneyland); Singapore Art Museum; China Town und Little India. Zu empfehlen wäre nur das nächste Mal den Bus zu nehmen und nicht den Flieger, weil wir effektiv von Singapore nach KL in unser Apartment 6 ½ benötigt haben und 5 mal das Verkehrmittel wechseln mussten. Dass der Verkehrsbus auf der Rückfahrt zum Flughafen (auf der malaysischen Seite) nicht auf uns gewartet hat, werde ich dem Busfahrer nie verzeihen :-).

19_Singapore
2.-5. November 2006 - 27 Fotos

The Fine City

Singapore ist für harte Strafen bekannt! Diese spiegelt sich im „Schilderwald“ der Stadt wieder. Einige „Highlights“: Todesstrafe für das Einführen von Drogen, 2500 EUR für öffentliches Urinieren, 500 EUR wenn man mit einem Rad durch einen Fußgängertunnel fährt, 500 EUR wenn man Abfall auf die Straße wirft, 250 EUR für Trinken und Essen in der U-Bahn. Schließlich noch meine beiden persönlichen Lieblinge: Schläge mit dem Rohrstock für den Besitz von Feuerwerkskörpern und 75 EUR wenn man die Toilette nicht abspült.

19_The Fine City
2.-5. November 2006 - 10 Fotos

05 November 2006

Hinter den Kulissen vom StudiVZ

Anbei eine kleine Info zum StudiVZ - ein Portal, das von immer mehr Studenten rege genutzt wird:

Für einen zweistelligen Millionenbetrag erwarb Holtzbrinck Ventures gerade diskret eine Minderheitsbeteiligung an StudiVZ.de, einer schnell wachsenden Studenten-Community nach dem Vorbild der US-Seite Facebook. "Von Studenten für Studenten" ist der Eindruck, den der 26-jährige Gründer Ehssan Dariani gern aufrechterhalten möchte.

Ist das nicht zu teuer? Über zehn Millionen Euro für eine Firma, die erst vor einem knappen Jahr von E-Commerce-Pionier Lukasz Gadowski (Spreadshirt.de) [Ex-HHLer] mitgegründet wurde, für das zwei Dutzend Studenten in einem Berliner Hinterhof-Büro mit Wasserschaden arbeiten, und das noch keinen Euro Umsatz gemacht hat? Werbung soll erst Ende 2006 starten - allerdings dezent. Denn: "Das höchste Gut einer Community ist das Vertrauen ihrer Mitglieder", sagt Dariani. Derzeit konzentriert sich StudiVZ darauf, Mitglieder zu gewinnen und nach Frankreich, Italien, Spanien und Polen zu expandieren. 500 000 Mitglieder und hohes Wachstum machen StudiVZ zur klaren Nummer eins für Studenten in Deutschland. Das US-Pendant Facebook hat fast zehn Millionen Mitglieder und steht gerade für 800 Millionen bis 1,4 Milliarden Dollar zum Verkauf.

Quelle: handelsblatt.com - Comeback der Kellerkinder

01 November 2006

„Haze“ in KL

Malaysia und Singapur haben den südlichen Nachbarn Indonesien dazu aufgefordert, endlich etwas gegen die Umweltverschmutzung durch die zum Großteil illegale Brandrodung zu unternehmen. Eine dicke Smogwolke ("Haze") aus mit einer Sichtweite, die teilweise nur 200 Meter beträgt, führte dazu, dass in Singapur die Bewohner gewarnt wurden ihre Häuser nicht mehr zu verlassen.Der "Haze" ist weiß wie Nebel und geruchlos und ein Wort für das Gemisch von Rauch, Staub, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Stickoxiden und bodennahem Ozon. Das Ereignis scheint sich Jahr für Jahr zu wiederholen: Um Land für Ackerbau zu gewinnen, greifen die Indonesier zur Brandrodung. Große Teile Sumatras und der Süden Borneos stehen in Brand und die dicken Rauchwolken ziehen Richtung Norden. Nach Berichten aus Indonesien werden große Teile der Regenwälder für Palmöl-Plantagen gerodet. Durch diese Waldbrände wurden in manchen Jahren bereits mehr als eine Mrd. Tonne CO2 freigesetzt. Das entspricht etwa 15 Prozent der weltweit vom Menschen verursachten CO2-Emissionen. (Quelle: pressetext.austria 10.10.2006; Rettet den Regenwald)


Und Felix sitzt mitten drin! Dank meiner Luftkur in Thailand und der Medizin gegen meine Würmchen geht es meinen Lungen jetzt wieder etwas besser…

Andenken von Tioman: Cutaneous Larva

Es hört sich an wie ein kuscheliges Haustierchen mit Kugeläuglein ist aber ein gemein böser Parasit… Björn und ich haben uns unsere Freunde (bei mir nur in schwacher Ausprägung) wahrscheinlich auf den Tioman Islands eingefangen, indem wir verunreinigen (mit Tierkot – hmm lecker) Sand berührt haben. Björn war wegen seiner „Mückenstiche“ bei 3 unterschiedlichen Ärzten. Nach 3 Wochen juckenden „Mückenstichen“ am Unterarm und auf dem Rücken wurde es mir dann auch zu bunt und bin mit zum Arzt (der vierte) gegangen. Endlich die richtige Diagnose „Cutaneous Larva“! Wir haben die volle Dröhnung Chemie bekommen, weil unsere „Mitbewohner“ sich schon einige Wochen vermehren konnten. Normalerweise reichen 400 mg des Wirkstoffs aus. Wir haben über eine Woche verteilt ca. 7000 mg eingenommen. Meine Leber wird es mir danken… Jährlich infizieren sich ca. 600 Mio. Menschen mit den Würmern von den Infizierten sterben etwa 90.000. Ich bin dem Tod also gerade noch mal von der Schippe gesprungen. Übrigens verbreiten sich die Würmchen bis in die Lungen und führen zum Exitus – von Mutationen, die sich in das Herz und das Hirn fressen ist bislang nichts bekannt…

Thailand: Traumstrände vs. Ladyboys

Back in „Kopftuch“-Country - 10 Tage Thailand liegen hinter mir! Unsere Reise begann erneut mit einer kleinen Irrfahrt. Aber durch unseren Stopover in Dubai waren wir schon einiges gewöhnt - 20 min vor Abflug checken wir ein.

Die ersten 4 Tage (Do – So) verbrachten wir in Bangkok (BKK) mit dem Abklappern der obligatorischen Touriattraktionen (Buddah, King’s Palace, Bootstour - gähhhn) und ein wenig Feierlaune. Björn und ich konnten von den Insidertipps von Pascal und Florian (beide HHLer) profitieren. Somit lernten wir die Clubs kennen, in denen die „Locals“ feiern und nicht die Sextouris. Herauszuheben war noch die Taxifahrt zum Campus der beiden - nach 3 Stunden und 86km kamen wir an! Gut, dass wir vorher mit dem Taxifahrer einen Fixpreis (~6EUR) vereinbart hatten :-). Dem muss beigefügt werden, dass die Sprache im Gegensatz zu Malaysia eine entscheidende Kommunikationsbarriere ist, denn in BKK sprechen die wenigsten Personen/Taxifahrer angemessen English.

Nach diesem Erlebnisse machten wir uns auf nach Ko Samui (südlichste Insel im Chinesischen Meer). Ursprünglich hatten wir geplant dort mehrere Tage zu verbringen. Aber nach wenig berauschenden Eindrücken sind wir schon nach 24h auf die nächste Insel geflohen. Unsere Hauptgründe waren die mittelmäßigen Strände (Inselerkundung mittels Roller), die vielen deutschen (!) Pauschalurlauber (Familien und 40+ & Bierbauch) sowie der ständige Anmache von Prostituierten und Ladyboys (Ob Mann ob Frau, man weiß es nicht genau…). Wir haben die Konsequenz gezogen und auf Ko Phangan Zuflucht gefunden. In Hat Rim, dem Strand auf dem jeden Monat die berühmte „Fullmoon“-Party (8.000-5.000 Partysüchtige) gezündet wird haben wir ein kleinen Hüttchen bezogen. Dort fanden wir für die folgenden drei Tage endlich die ersehnte Balance zwischen einem leckern Bierchen am Abend und der einem ruhigen Strand mit Schnorchelmöglichkeit am Tag. Mit zwei Rollern haben wir die Insel unsicher gemacht und auch 20%-Steigungen heile überstanden. Unserer Reise haben wir auf einer Ko Tao vorgelagerten Inselgruppe ausklingen lassen. Dieses von Gott geküsste Fleckchen Erde ist bei Ebbe durch Sandbänke verbunden, so dass wir trockenen Fußes von unserer Hütte zum Hotelrestaurant gehen konnten. Die Tagestouristen verabschiedeten sich meist am späten Nachmittag, sodass man die Abendsonne mit einer Handvoll Hotelgäste genießen konnte. Die Rückfahrt über BKK war sehr zäh und langwierig. Wir sind am Sonntag um 8:30 h in Ko Tao aufgebrochen und kamen erst am Dienstagmorgen um 2:00 h in KL an.

Resümieren kann ich insofern, dass die offene und freundliche thailändische Kultur von mir viel sympathischer wahrgenommen wir als die relativ stricke und islamisch geprägte Kultur in Malaysia! Die beiden Montage in Thailand waren ebenfalls speziell. Viele Thai tragen ein gelbes Hemd, um ihre Sympathie zum König auszudrücken – ein Akt, der in Malaysia fast undenkbar wäre. Hier wird höchstens die Kopftuchfarbe variiert…

17_Thailand
19.- 30. Oktober - 42 Fotos

Wild Things

Immer wieder was Neues - Bilder ohne Worte!

08_Wild Things

Sept - Dec 2006 - 18 Fotos

12 Oktober 2006

Der Blutpython von den Tioman Islands

Nach langer Suche habe ich endlich von Tapio das ersehnte Beweisfoto von den Tioman Islands erhalten. Unserer Meinung nach handelt es sich um einen Blutpython (Python brongersmai - nicht "die" sondern "der" Python). Ausgewachsene Tiere erreicht bei einer Länge von etwa 150 cm ein Gewicht von 5-10 kg. Verschiedenste Nagetiere, Hörnchen, Marder, Katzen, Ferkel, Vögel aber auch Hausgeflügel zählt zu seiner Beute. Hat der Blutpython ein Beutetier ausgemacht, wird dies mit Hilfe der Wärmesensoren erfasst und blitzschnell in dem typischen Würgegriff erstickt. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Würgeschlangen generell ihren Opfern die Knochen brechen und die Beute so zu Tode kommt. Björn und ich haben uns nicht in den Würgegriff '"gegeben", wir kämpfen uns die "Level" in diesem Adventurespiel noch hoch. Momentan hadern wir noch mit niederen Tiergattungen wie Moskitos, Blutegel, etc.

11 Oktober 2006

Spotlight: Islam

Dieses momentan heikle Thema möchte ich aufgrund des Fastenmonats Ramadan in den Fordergrund rücken und einige oberflächliche Infos vermitteln. Gestern hatte der Ramadan seinen Höhepunkt. Nach der Hälfte der Fastenzeit zelebrieren die Muslime die Überlieferung der Verse, die heute die Grundlage für den Koran bilden (vielleicht mit dem christlichen AT vergleichbar). Der Religionsstifter Mohammed erschien im Alter von etwa 40 Jahren der Erzengel Gabriel, der ihm die Verse einer göttlichen Offenbarung diktierte.

Der Islam („Unterwerfung unter oder Hingabe an Gott“) ist mit ca. 1,2 Milliarden Anhängern nach dem Christentum (ca. 2,0 Milliarden Anhänger) die zweitgrößte Religion der Welt.

Die fünf Säulen auf denen der Islam fußt sind von jedem Muslim zu erfüllen:

  • Das Glaubensbekenntnis (Schahada): Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer (dem einzigen) Gott und Mohammed ist der Gesandte Gottes. Das Aussprechen in ehrlicher Absicht reicht aus, um Muslim zu werden. Sie ist auch das Erste, was einem Neugeborenen ins Ohr geflüstert wird, und der letzte Gruß an einen Sterbenden.
  • Das Gebet (Salat) ist religiöse Pflicht. Es wird zu festgelegten Zeiten verrichtet, zu denen der Muezzin ruft: in der Morgendämmerung, mittags, nachmittags, abends und nach Einbruch der Nacht. Zuvor erfolgt die rituelle mit reinem Wasser. Am Freitag wird das Mittagsgebet in der Gemeinschaft, meist in der Hauptmoschee der Stadt oder des Viertels, verrichtet. (Dann sind die Straßen hier immer komplett verstopft!)
  • Die Almosensteuer (Zakat): Die Erträge werden für Bedürftige, Kranke, Befreiung Gefangener, den Dschihad oder zum Aufbau religiöser Schulen verwendet. Die Höhe variiert je nach Einkunftsart (Handel, Viehzucht, Anbau) zwischen 2,5 – 10 % ebenso wie die Besteuerungsgrundlage (Einkommen oder Gesamtvermögen). Die Zakat ist eine fromme Handlung und religiöse Pflicht des Muslims und kann somit nur Muslimen zu Gute kommen. Dschihad ist ein wichtiges Glaubensprinzip im Islam. Seine Bedeutung ist so groß, dass zeitweise diskutiert wurde, ob der Dschihad als sechste Säule gerechnet werden sollte.
    • Der „größte Dschihad“ ist der Kampf gegen die Seele, die zum Bösen verführt, die Schwächen und Fehler, von denen niemand gerne spricht. Er wird u.a. vollzogen durch das fünfmalige tägliche Gebet, das Streben nach Wissen und moralischer Vervollkommnung.
    • Der „kleine Dschihad“ besteht in der Ausbreitung und Verteidigung des Islam, notfalls auch mit Waffengewalt. Er ist die einzig zulässige Form des Kriegs im islamischen Recht.
  • Das Fasten (Saum): Im Monat Ramadan (verschiebt sich immer um 11 Tage nach vorne) wird von Beginn der Morgendämmerung bis zum vollendeten Sonnenuntergang gefastet, nichts gegessen, nichts getrunken, nicht geraucht, kein ehelicher Verkehr und Enthaltsamkeit im Verhalten geübt. Während des Tages sollen die Muslime Gottes Befehl genügen. Insofern ist das oft praktizierte ausgiebige Fastenbrechen bei Nacht zwar nicht unbedingt ideal, verletzt jedoch auch nicht die religiöse Pflicht. Der Fastenmonat wird mit dem Fest des Fastenbrechens beendet, dann bin ich aber leider in Thailand.
  • Die Pilgerfahrt (Haddsch): Einmal in seinem Leben soll der Muslim die Pilgerfahrt nach Mekka antreten, um dort die heilige Kaaba siebenmal zu umschreiten. Die Pilgerfahrt findet im letzten Mondmonat statt. Entscheidend dafür ob die Pilgerfahrt zur Pflicht wird, sind unter anderem seine finanziellen und gesundheitlichen Lebensumstände.

Im Islam gibt es sechs Glaubensartikel:

  • den einzigen Gott (arab. Allah)
  • seine Engel
  • seine Offenbarung (heilige Bücher: Thora, die Evangelien, den Koran etc.)
  • seine Gesandten, die Propheten Gottes: (u.a. Adam, Abraham, Moses, Jesus, Mohammed)
  • den Tag des jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod: Der Mensch werde eines Tages für seine Taten zur Verantwortung gezogen und mit dem Höllenfeuer bestraft bzw. mit dem Paradies belohnt
  • die göttliche Vorsehung
„Ihr Gläubigen! [..] Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften, seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht glaubt, ist (damit vom rechten Weg) weit abgeirrt.“


Im Islam gilt eine Vielzahl von heiligen Städten

  • Mekka - Geburtsort Mohammeds mit der Kaaba als zentralem Heiligtum des Islam (bestimmt heute die Gebetsrichtung)
  • Medina - Islam entfaltete erste politische Wirkungskraft (Sitz Mohammeds)
  • Jerusalem - erste Gebetsrichtung und Ort der im Koran erwähnten al-Aqsa-Moschee

Der Status der „heiligen“ Städte ist im Islam ein äußerst kontroverses Thema. Jerusalem stellt in der Liste der heiligen Städte insofern einen Sonderfall dar, als sich der aus dem Koran hergeleitete Anspruch historisch nicht belegen lässt wird aber „historischer Wahrheit“ gleichstellt.

Kritiker sehen im Islam häufig eine nicht zukunftsfähige Religion, die sich nur noch mit Gewalt behaupten könne. Da der Koran von gläubigen Muslimen als direkt von Gott diktiert aufgefasst wird, sei es unmöglich den Koran zu interpretieren. Errungenschaften, wie die Demokratie, die Gleichberechtigung der Frau, die Meinungsfreiheit sowie die Freiheit der Presse und der Kunst seien nicht mit einem anti-kritischen Verhältnis zur Religion vereinbar.

10 Oktober 2006

Spotlight: Arbeitseinstellung


Erstaunlich ist die Arbeitseinstellung einiger Malayen. Hier arbeiten zwar 5 Mitarbeiter (exklusive Küche) in einem Restaurant mit 12 Tischen von denen vielleicht 4 belegt sind, die Servicekraft benötigt dennoch mit ihrer gemütlichen Geschwindigkeit ein vielfaches der gewohnt Zeit. In extremen Fällen wird auch schon mal demonstrativ der Kopf auf den Tisch gelegt und ein Schläfchen gehalten. Das Beweisfoto wurde direkt am Eingang der Mall neben "unserem" Starbucks gemacht, in dem wir immer das Internet nutzen.



Pulau Langkawi – Entschädigung für Port Dickson (Beach Party)

Nutze ein Budget von 110 EUR, um dir eine schöne Leinwand mit ein paar Ölfarben zu kaufen und male dir deinen Südseetraum:
GRÜN für den Dschungel mit smaragdgrünen Wasserfällen, weiten Reisfeldern, die von Palmen umsäumt sind und fetten Reptilien die sich in der Sonne warben (Krokodile, Schlangen);
BLAU für den weiten Himmel bis zum Horizont und den Zustand der Finnen beim Nachtbaden am Samstag;
WEISS für kleine Quellwölkchen, die Haut der Studies aus KL bei deren Ankunft, die gleißende Helligkeit der Sonne und den Vollmondschein bei sternenklarem Himmel (wir konnten erstmals den Haloeffekt des Mondes sehen!) und
ROT für neuartige Erfahrungen mit Blutegeln, die Signalfarben der Königscobra und die Farbe meines Kopfes nach einigen mehrstündigen Ausflügen mit etlichen Kilo Marschgepäck – deswegen habe ich doch den Wehrdienst verweigert...

Alternative: Du nutzt das Budget um über Nacht mit einem amoklaufenden Busfahrer innerhalb von 6h nach Kuala Perlis nahe der thailändischen Grenze zu jagen (Rückfahrt 9,5h), setzt mit einem kleinen Schiffchen - auf dem während der Fahrt eine indische Karaoke CD gespielt wird - nach Langkawi über und verbringst eine Nacht im Fünf Sterne Resort. Dabei machst du Ausflüge an abgelegene Wasserfälle, schließt Freundschaften mit Blutegeln und Affen und fährst mit der Seilbahn auf über 700m. Wenn du geschickt planst hast du noch viel Luft für eine zweite Nacht in einer schönen Hütte am Strand (Fotos vom Sonnenuntergang haben wir 5 m vor unserem Häuschen gemacht…) für leckeres Essen und für viele kalte Getränke!

Der Trip nach Langkawi hat sich sehr gelohnt und war bis jetzt das schönste Wochenende während meiner Zeit in KL.

15_Langkawi
6.-9. Oktober 2006 - 45 Fotos


04 Oktober 2006

Deutschland - eine Sommermärchen

Dank Sönke, Danke Klinsi (dennoch gibt es nur einen Rudi Völler), Danke Poldi Schweini (ja die Steuern müssen runter!) & CO, Danke DEUTSCHLAND!

Dies soll kein Aufruf zu falschen Nationalstolz sein wie er in Teile der jungen Bundesländer (dort eher Nationalfrust) durch die letzten Wahlen zum Vorschein kam. Es soll nur ein Dank sein an den lang ersehnten (besonders seit meinem Aufenthalt in den Staaten) und scheinbar endlich erreichten unkomplizierten Umgang mit den Symbolen Deutschlands. Es brauchte seine Zeit (was ich absolut gut heiße) nach dem tiefen Sturz bis dieses Gefühl der Identifikation mit der Nation wieder aufkommen konnte. Nun im Zuge der „unbelasteten Generation“ eröffnen sich wieder neue Möglichkeiten in angemessenem Umfang - trotz der schweren Last der Historie - stolz auf seine Herkunft zu sein. Vielleicht benötigte dieser subtile Wille oder auch unbewusste Fähigkeit der jungen Generation sich wieder für Deutschland begeistern zu können nur einen Funken um entzündet zu werden - Danke Kaiser für die WM!
Die Emotionen der WM schwappen leider nicht bis nach Malaysia. Nur die Filmausschnitte über den Videostream von Spiegel-online können unsere einzigartigen Erinnerungen an diese "geile Zeit" im Sommer '06 wieder ins Bewusstsein rufen. Fussball auf dem Augustusplatz in Leipzig (Costa Rica), auf dem Weg zur Uni (Holländer vs. Serbien), in der Nacht vor der Marketing- (Polen) bzw. Financeklausur (Ecuador), vor der Dunkin' Dounut Final Presentation (Argentinien im Zentralstadion), auf der AIDA im Mittelmeer (Schweden), auf dem Leipziger Flughafen (Argentinien), auf der Museumsmeile in Bonn (Italien) und in Hasbergen (Portugal)!

Für alle die Björn und mich noch vor unserer Ankunft in D an dem Film teilhaben lassen schreiben wir eine Belohnung aus (Dies in kein Aufruf gegen jegliche Art von Urheberrechten zu verstoßen)!

Petronas Twin Towers

Mit einem flauen Gefühl vom Essen im Magen machten Björn und ich einen Verdauungsspaziergang zu den alles überragenden Petronas Twin Towers, die die Skyline von KL entscheiden prägen. Dort gaben wir uns einer exzessiven Fotosession hin bis die Memorycard meiner Digicam voll war (~1,5h später).

Ein paar Fakten zu den Türmchen: Sie sind nach Petronas Oil (haben auch mal den Sauber-Stall in der Formel 1 gesponsort) benannt, der staatlichen Ölgesellschaft Malaysias, obwohl sie nur einen Turm finanziert hat. Die andere Hälfte der 1,9 Mrd US$ hat Maxis ein erfolgreicher lokaler Mobilfunkanbieter investiert. Die Petronas Twin Towers sind 425m hoch und mit 88 Stockwerken die höchsten Zwillingstürme der Welt (bereits vor 9/11). Bis 2004 waren sie auch das höchste Gebäude der Welt. Dieses steht nun in Taipeh mit 481m. Die Architektur des Komplexes ist muslimisch geprägt und reflektiert damit die Dominanz des Islams in der Region. Das Gebäude gliedert sich in fünf Stufen und symbolisiert damit die fünf Säulen des Islams (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Fasten [momentan ist übrigens Ramadan] und Pilgerfahrt). Des Weiteren bestehen die Zwillingstürme aus zwei ineinander verschobenen Quadraten (achtseitiger Stern aus der Vogelperspektive) mit kleinen rundlichen Einlagen und spiegelt die arabischen Muster des Islams wider.

14_Petronas Twin Towers
3. Oktober 2006 - 5 Fotos

Tag der Deutschen Einheit

Gestern waren Björn und ich essen - sowei nichts besonderes, weil wir hier in KL noch nie gekocht haben also ständig auswärts essen. Diesmal versuchten wir es aber auf die deutsche Art. Nachdem unsere erste Anlaufstelle Zum Fass leider schon das Geschäft aufgegeben hatte (konnte der Mafia wahrscheinlich nicht genug bezahlen) haben wir nach langer Suche das Restaurant Deutsches Haus gefunden. Es liegt im Touribereich von KL. Das bedeutet, dass wir während der Suche von ca. 25 Personen angesprochen wurden, ob wir eine Fussmassage genießen würden. Dies wurde von uns freundlich mit der Antwort „Thanks – no Sex“ abgelehnt. Das Essen war wie erwartet mäßig bis schlecht und für 17 EUR pro Person überteuert, ABER endlich mal wieder Schwein und Rind für den Gaumen!

13_Tag der Deutschen Einheit
3. Oktober 2006 - 6 Fotos

03 Oktober 2006

Spotlight: Nescafé

Im Cold Storage dem Supermarkt meines Vertrauens habe ich eine interessante Entdeckung gemacht. Ich habe das Lebenselixil meiner HHL-Nachtsitzungen gefunden.

Die Dose
Nescafé (Xpress) kostet hier umgerechtet nur 0,22 EUR im Vergleich zu 1,30 EUR in Deutschland. Dieser Preis hat mich aus zwei Gründen sehr verwundert:

A) Nestlé befindet sich mit dem angesprochenen Preis eindeutig im unteren Preissegment, da Vergleichsprodukte der Konkurrenz wesentlich teurer gepreist werden. Damit stellt sich das Unternehmen konträr zu dem in Europa vertretenen Image dar.

B) Dieser Preisunterschied in keiner Weise mit den Differenzen in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Länder in Einklang zu bringen. Gemessen an dem Verhältnis des BIP pro Kopf (Deutschland: 30.400 US$ vs. Malaysia: 12.100 US$) wäre ein Preis um den Faktor 2,5 (30.400 / 12.100 ~ 2,5) von dem malayischen Preis für Deutschland gerechtfertigt (0,22 EUR * 2,5 = 0,55 EUR). Beziehungsweise müsste der Preis in Malaysia 39% (12.100 / 30.400 ~ 0,39) von dem deutschen Einzelhandelspreis betragen also etwa 0,51 EUR (1,3 EUR * 0,39 ~ 0,51 EUR). Also entweder wird in Deutschland derbe abgezockt oder in Malaysia zu Gunsten des Markteintritts die Produkt mit äußerst geringen Margen verkauft…

Daraus leiten Björn und ich eine klare Schlussfolgerung ab – neben dem Import/Export-Business für Playstations steigen wir bald auch in den Zwischenhandel von Nescafé ein - der Graumarkt lebt :)

01 Oktober 2006

Beach Party

Mit hohen Erwartungen sah ich diesem Event entgegen. Durch die relativ hohen Kosten (~35 EUR) waren die Ansprüche hoch. Diese konnten jedoch nur bedingt erfüllt werden. Nach einer einstündig verspäteten Abfahrt von der Uni, 2 Regenstunden nach der Ankunft in Port Dickson (1,5h westwärts von KL) und mäßigen Vergnügungsmöglichkeiten war das Zufriedenheitsniveau im negativen Bereich. Dies verleitete uns kollektiv zum frühzeitigen Genuss von Alkoholika sämtlicher Couleur, dem Kauf von Kinder-Golfclubs und emotionalem Strandfussball! Die Erwartungen wurden nicht erfüllt dennoch haben ich versucht aus der Situation das Beste herauszuholen.

12_Beach Party
30. September 2006 - 11 Fotos