Danke für alle, die so lange Geduld mit meinen Fotos hatten. Aus der Masse an Fotos (~3000 Stück), die Björn und ich während unserer 5-wöchigen Reise gemacht haben, kann ich leider nur einen bescheidenen Selektion auf dem Blog veröffentlichen. Ich hoffe ihr fangt zumindest diese Impressionen ein, die wir während unseres Trips versucht haben festzuhalten. Alles Gute bis auf Weiteres Felix

29 November 2006

Vietnam - wir kommen!

Der Visaprozess ist durch. Ich habe gerade die Bestaetigungsmail erhalten - moderner Kommunikation sei Dank. Jetzt muss uns der gute Grenzbeamte nur noch reinlassen!

Philippinen - Land der 7000 Inseln

Manila, mit 12 Mio. die Hauptstadt der Philippinen, war unser erster Stopover. In dieser Stadt habe ich mich so unsicher gefuehlt wie nirgendwo zuvor. Die Polizei ist angeblich stark bestechlich, wenn man ueberhaupt einen offiziellen Polizisten sieht. Ca. 80% der Geschaefte haben einen privaten Sicherheitsfuzzi an der Tuer stehen, meist bewaffnet mit einer Schrotflinte! Bevor man in eine Bank oder Mall geht, wird die Tasche durchleuchtet wie beim Flughafen-Check-in. Ich weiss nicht, ob diese Prozeduren mein Unwohlsein eher gemindert oder gesteigert haben.

Nach 1,5-stuendiger Suche habe wir tatsaechlich die vietnamesische Botschaft gefunden, um unseren Visaprozess anzustossen. Das Handling haette jedoch mindestens bis Freitagmittag gedauert, weil unsere Unterlagen nach Hanoi in die Einwanderungsbehoerde geschickt worden waeren. Da unsere Flieger am Freitagnachmittag geht, war uns diese Alternative zu unsicher. Wir vertrauten uns einer Online-Agentur an, OK - nicht wirklich sicherer aber wir sind ja Kinder der naiven Generation Internet. Dieser Dienstleister verspricht ein Abwicklung innerhalb von 2 Tagen, weil die Unterlagen gefaxt werden und das Gesamte zu geringeren Kosten (40 US $ pro Visum + 50 US $ "Schmiergeld" (Stamping Fee) bei Einreise) . Nun ja dafuer musste ich meine Kreditkartendetails offenbaren. Wenn also im naechsten Monat 1000 $ US Telefonsexgebuehren angefallen sind, muss ich mich mit Comdirect bzw. Visa-Card um deren Erstattung rumschlagen - ich bleibe jetzt aber mal optimistisch. Somit haetten wir uns im Nachhinein gar nicht auf das heisse Pflaster Manilas begeben muessen, da wir 40km noerdlich der Hauptstadt gelandet sind.

Nun ging es entgegen unserer urspruenglichen Planung nicht nach Sueden sondern nordwaerts. Wir haben in Kota Kinabalu beim Check-In, der fast eine Stunde gedauert hat, mit einem Philippino (Dr. Norbert0 ;) ) gesprochen. Er hat uns die Augen geoeffnet, dass die geplante Fahrt in den Sueden zu den Walhaien - ca. 250 km - ungefaehr 14 bis 16h mit dem Bus dauern wuerde. Bjoern und ich befinden uns ploetzlich in einer neuen Zeit- bzw. Distanzrechnung. Wir hatten 6h kalkuliert! Somit ging es nach Norden zu den "Hundret Island". Ein Ort, der uns vom Doctore empfohlen wurde und nicht im Lonleyplanet (Reisefuehrer) beschrieben war. Aufgrund der geringen Infolage also ein kleines Risiko, aber wir wurden belohnt. In einer Bucht gelegen befinden sich 107 Insel deren Landschaft stark der von Thailands Ko Phi-Phi (Drehort von "The Beach") gleicht. Vorteil: die Natur ist unberuehrt (bis auf 3 leicht entwickelte Inseln) und absolut keine Touris sprich kein Sterotyp eines Backpackers: langes filziges Haar unter einer selbstgehaekelten Wollmuetze in Jamikafarben, 10-Tage Bart, Lonleyplanet unterm Arm, lila Jutebeutel ueber der Schulter und braunem Tshirt mit gruenem Canabisblattaufdruck... immer diese Klischees, aber reduzieren ja den "kognitiven Verarbeitungsprozess" des Gehirns, wie ich letztens gelernt habe - das Gehirn ist also arbeitsverweigernd :)

Der Tag auf den Hundret Islands war wunderbar! Hab mir beim Kajakfahren oder Schnorcheln einen kleinen Sonnenbrand geholt, aber das wird fruehestens mein Dermatologe in 20 Jahren bemaengeln. Abends zurueck auf dem Festland habe ich mit den Locals schoen Basketball (Nationalsport) auf dem Dorfplatz gezockt. Das ist "cultural learning", weil kaum einer von den Jungs Englisch gesprochen hat. Danach waren wir noch Karaokesingen - Asien pur!

Heute wollten wir eigentlich zu den Reisfeldern weiter gen Norden tuckern, aber nach 2/3 der Strecke haben wird zwangslaeufig aufgeben muessen. Die Reisplantagen (2000 Jahre alt) liegen so unerreichbar in den Bergen, dass wir von hier (Baguio) noch einmal 6 h haetten fahren muessen. Die Busse verkehren aber leider nur uebernacht. Dies waere von unserer Zeitplanung zu knappt gewesen, weil wir unseren Flug am Freitag nach Singapore aufs Spiel gesetzt haetten. Als "relativ" zahlungskraeftige Europaeer haben wir uns dann einen Spass erlaubt. Wir haben einen Taxifahrer gefragt, ob er uns zu den Reisplantagen faehrt. Stille! "No too far." Unsere Antwort: "Just tell us any price!" Die Kinnklappe fiel runter. Man bemerkte das Rattern der Gehirnwindungen. Nach 2 Minuten - immer noch leicht schockiert - ein "No sorry man - too far." Man kann sich eben doch nicht alles kaufen... aber schon seltsam hier auf die Idee zu kommen mit einem Taxifahrer ueber ein 6h Tour (one way) zu verhandeln. Bjoern und ich hatten ja insgeheim auf das gewohnt taktische "Can noooooooot" unserer malaysischen Taxifreunde zum Beginn jeder Preisverhandlung gehofft, hier war aber nichts zu machen...

02_Philippienen
25.-30. November 2006 - 19 Fotos

25 November 2006

Wild Life - Orang Utans & Schildkroeten

Nachdem Bjoern und ich die Flora in den unterschiedlichen Klimazonen Borneos (Mt. Kinabalu) kennengelernt haben, entschieden wir uns im weiteren Verlauf die Fauna naeher zu inspizieren. Dies bedeutet, dass wir vor zwei Tagen ein Orang Utan Rehabilitationszentrum besucht haben. Hier werden die Primaten fuer 6 bis 10 Jahre betreut, versorgt und auf die Auswilderung vorbereitet. Gestern haben wir eine Nacht auf Turtle Island (Pulau Selingan- www.wildasia.net) geschlafen - eine kleines Inselchen vor der Kueste Borneos auf der nachts Schildkroeten ihre Eier im Sand buddeln. Tagsueber war es wahnsinnig langweilig. Das Wetter schwankte zwischen stark bewoelkt und kurzen Sonnenstrahlen, lud also nicht zum Sonnenbaden ein. Wir mussten uns bis 22h gedulden, als endlich eine "Mother Turtle" von einem Parkranger gesichtet wurde. Die Inselgaeste (25) versammelten sich um die Schildkroete, nachdem diese ihre Eier (37 Stueck) gelegt hatte. Nachhaltiger Tourismus sieht meiner Ansicht nach anders aus, aber wir haben dem Spektakel schliesslich auch gefroent. Nichtsdestotrotz war es sehr beeindruckend, dieses Schauspiel der Natur zu verfolgen, das man sonst nur zwischen 14h und 15h in irgendwelchen Tierfilmchen in den Oeffentlichen sehen kann. Nach der Eiablage wurden diese in die Aufzuchtstation gebracht und dort im Sand vergraben und gekennzeichnet. Das Real Life Erlebnis endete mit der Freilassung der frisch geschluepften Miniturtle ins weite Meer.

Nun sitze ich mit einem kuehlen Bierchen wieder in Kota Kinabalu und werde heut' Abend noch etwas feiern gehen, bevor wir Morgennachmittag nach Manila (Philippinen) fliegen.

Dennoch ist die Stimmung noch etwas bedrueckt, weil Bjoern und ich immer noch nicht wissen, ob wir nun nach Vietnam einreisen koennen. Man braucht selbst als deutscher Tourist ein Visum. Diese versuchen wir in der vietnamesischen Botschaft in Manila zu erhalten. Unsere letzte Alternative ist eine etwas unserioes erscheinende Internetagentur, die uns ein Visum besorgen koennte. Nun ja - das bekommen wir zwei auch noch geschaukelt.

0103_Orang Utan & Turtle Island (Borneo/Malaysia)
23.-24. November 2006 - 16 Fotos

23 November 2006

Der Himmel zum anfassen auf 4093 m

21. November
10:45 - 0 KM - 1800 m NN
In der Sutera Sanctuarz Londge bereiten Bjoern und ich uns auf den Aufstieg vor. Nachdem wir alle Formalitaeten (Gebuehren, Versicherung, etc.) geklaert haben, mussten konnte es endlich losgehen. Bis zum Gipfel sind es scheinbar nur 9 km dennoch kommt in mir Nervositaet auf, die wohl in der Ungewissheit der naechsten 24h begruendet ist. Die Ironie an dem Bergaufstieg ist, dass wir (Bjoern, ein Paerchen [USA&NL], Guide & ich) erst absteigen mussten, an einem Wasserfall vorbei, um endlich auf den richtigen Pfad gen Gipfel zu gelangen.

10:56 - 0,5 KM - 1935 m NN
Die Gruppe ist in aeusserst lockerer Stimmung. Man lernt sich kennen und haelt einwenig Smalltalk. Der Weg fuehrt vornehmlich ueber stark verwurzelten Waldboden.

11:07 - 1,0 KM
Es wird die erste kleine Pause eingelegt. Wir sehen erstmals in die erschoepften Gesichter einer Bergsteigergruppe vom Vortag, die nun gleich wieder die Basisstation erreicht hat.

11:20 - 1,5 KM
Es wird stiller. Dies bezieht sich zum einen auf die Gruppengespraeche, da sich nun jeder auf seine Schritte konzentrieren muss, zum anderen auf die Natur, denn der Regenwald lichtet sich langsam und die Tierlaute werden seltener. Langsam beginnen die Poren zu arbeiten. Auf meinem Ruecken laufen die ersten Schweissperlen hinunter.

11:30 - 2,0 KM
Das Herz schlaegt laut und die Beine beginnen zu pochen. Langsam beginnt wohl meine Fettverbrennung :). Ich ueberlege, ob wir den Berg vielleicht zu schnell angehen, schliesslich habe ich jetzt viel Zeit zum nachdenken...

11:46 - 2,5 KM
Der Weg wird steiniger. Am Wegesrand wachsen wunderschoene Blumen.

11:56 - 3,0 KM
Leichtes Zwicken in der linken Wade. In kleinen Stakkatoschritten muss es weitergehen. Die Natur entschaedigt. Auf dieser Hoehe sind ca. 60% des Bodens mit Orchideen bedeckt. Eine leichte erfrischende Brise kommt auf.

12:20 - 3,5 KM
Der Koerper baut schon etwas ab. Wir reduzieren unsere "Angriffsgeschwindigkeit". Die Sicht wird schlechter, da wir schon auf Wolkenhoehe sind. Uns kommt eine Japanerin in FlipFlops entgegen. Mit FlipFlops auf dem Steilhang... das koennen nicht nur Asiaten, aber ich habe Gott sei Dank festes Schuhwerk.

12:43 - 4,0 KM - 2702 m NN
Die koerperliche Situation besser sich. Der Kreislauf ist trotz des schnellen Anstieges immer noch OK. Ich habe die erste Aspirin zur Blutverduennung genommen. 13:03 - 4,5 KM Die Zwischenstation bei 6 KM rueckt naeher. Das befluegelt wieder zu Spaessen, Smalltalk und Gruppenfotos.

13:29 - 5,0 KM
Trotz des kleinen Zwischentiefs sind wir hervorragend in der Zeit. Wir gehen jetzt auf Granit, der deutlich steiler verlaeuft als der Weg zuvor. Ich beginne die Kilometerschilder zu lieben.

13:47 - 5,5 KM
Ein Erdhoernchen mit einem Maul voll Stroh ist das letzte Tierchen, dass ich bis zum Gipfel sehe. Die Euphorie steigt, da wir die Wolkenschicht durchstossen haben und nun die Sonne wieder zum Vorschein kommt.

14:04 - 6,0 KM - ca. 3100 m NN
Wir sind nach nur 4,5 h an der Zwischenstation angekommen und koennen das erste Mal den Gipfel sehen. Hier nehme ich meine kaelteste Dusche seit langer Zeit - frisches Bergwasser. Der Schildkroeteneffekt laesst gruessen...

22. November
2:00
Der Wecker klingelt. Die Nacht war schrecklich. Die Hoehe hat das Atmen bereits erschwert, somit habe ich kaum geschlafen. Die ganze Nacht ueber habe ich Blitze gesehen. Meine Stimmung ist etwas getruebt.

2:32
Der Aufstieg zum Gipfel beginnt. Die Gruppe hat sich um einen Teilnehmer reduziert, der wegen Knieproblemen in der Zwischenstation geblieben ist. Wir gehen aus der Huette. Es ist unglaublich kalt aber der sternklare Himmel entschaedigt. Die Blitze waren bzw. das Gewitter war scheinbar weit entfernt gewesen.

3:07 - 6,5 KM
Der Boden ist feucht. Die Muedigkeit beschwert das Laufen. Ich muss bei jedem Schritt in der Dunkelheit auf meine Fuesse achten.

3:46 - 7,0 KM
Wir erreichen den Steilhang. Ab hier geht es fast nur noch mit Hilfe eines Seils den steilen Anstieg hinauf. Die ersten Wolken ziehen auf. Sehen wir doch keinen klaren Sonnenaufgang?

4:22 - 8,0 KM
Die Vegetation ist minimal. In den Granitspalten wachsen nur noch kleine Graeser. Die Beine werden schwerer und das T-Shirt unter dem Pullover und der Jacke wird langsam feucht. Wir sehen trotz der Nacht den vor uns aufragenden Gipfel.

4:51 - 9,00 KM - 4092 m NN
Der Gipfel! Wir haben ihn vor Sonnenaufgang erreicht. Befriedigung macht sich breit auch die letzten fordernden 2 KM (seit Kilometer 7) gemeistert zu haben. Wir wurden mit einer unglaublichen Sicht waehrend des Sonnenaufganges um ca 5:30 belohnt. Unser Guide meinte, dass man so ein Wetter maximal einmal pro Woche erwarten koennte, leicht bewoelkt mit einem kleinen Lueftchen. Endlich mal wieder Glueck...

Nach ca. 1,5 h auf dem Gipfel begannen wir mit dem Abstieg. Die Basisstation erreichten wir gegen 11:30h mit sehr schweren Beinen, schmerzenden Gelenken vom steilen Abstieg und leicht uebermuedet.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass sich dieser Trip gelohnt hat. Dies erklaert sich besonders im Wetter, denn waehrend des kompletten Abstieges hatten wir schoenen Sonnenschein. Der Aufstieg war mit Sicherheit fordernd, besonders in dem von uns eingeschlagenen Tempo. Vielleicht haette man es auch etwas ruhiger angehen koennen... Dennoch hat mir dieser Berg mit Sicherheit nicht meine Grenzen aufgezeigt.

0102_Mount Kinabalu (Borneo/Malaysia)
20.-22. November 2006 - 26 Fotos

20 November 2006

Ranau - am Fusse des Mount Kinabalu

Bjoern und ich sitzen nun im Schatten unserer psychisch im Besondern physisch groessten Herausforderung - Die Besteigung des Mount Kinabalu (4100m).

In den ersten Tagen hatten wir zwei ein leichtes Aufwaermprogram. Mit einem verspaeteten (obwohl wir puenktlich waren :) ) Flug von KL nach Brunei ging's los. Wir hatten zwei populaere Mitreisende. Der kleinste und der groesste Mann der Welt sassen mit uns ein einem Flieger. Leider kann ich das Beweisfoto momentan nicht hochladen.

Brunei ist ein Kaff. Der unabhaengige Staat, der von einem Sultan gefuehrt wird, zaehlt nur 350.000 Einwohner und besteht aus nichtsweiter als ein paar profitablen Oelquellen und natuerlich Moscheen... Wir mussten moeglichst schnell an die suedliche Grenze gelangen weil wir erst um 22h gelandet sind. Am naechsten Morgen um 10h ging schon unser Anschlussflug von Miri (Malaysia) nach Mulu (Nationalpark). Das Taxi fuer umgerechnet 75EUR war uns zu teuer. Zum ersten Mal spielten wir Anhalter. Gott sei Dank sehr erfolgreich. Bereits nach wenigen Minuten hielt ein freundlicher Endzwanziger mit seinem roten Ford Minivan. Er brachte uns fuer nur 20EUR bis in die Grenzstadt Kuala Beleit. Wir mussten nicht im Park schlafen (erste naive Ueberlegung), sondern haben um 2h nachts in der Pampa noch ein Hotel gefunden.

Die Busfahrt nach Miri inklusive Grenzabfertigung verlief ohne Probleme, abgesehen von einer "Beinah-Schlaegerei" am Ticketcounter, Bjoern & ich sassen da schon im Bus, und geduldigem Warten an der Grenze (in Asien wird man seeeeehr geduldig). Von Miri zum Flughafen habe ich das erste Mal ein lebendes Tier in einem asiatischen Bus gesehen. Nein Mama - wir fahren hier normalerweise nicht mit Ziegen, Scheinen und Kuehen in einem Bus ;-). Ein Malaie kam gerade vom Shoppen und hatte in einer kleinen schwarzen Plastiktuete ein truebe dreinguckendes Huhn. Nun fragt man sich - Abendessen oder Gassigang?

Mit einer vollbesetzten Focker (40 Pax) flogen wir in den Mulu Nationalpark. Nachdem wir die ueblichen Abzocker am Flughafen hinter uns gelassen hatten konnten wir die pure Natur geniessen. Wie versprochen - Bilder folgen in einigen Wochen. Mulu bietet den goessten Hohleneingang der Welt. Aus diesem fliegen taeglich zwischen 17h und 19h bis zu 3 Mio. Fledermaeuse, um auf Nahrungssuche zu gehen. Diese Tiere machen natuerlich auch richtig viel Scheisse in Fachsprache "jungle gurana". Dementsprechend stank es in der Hoehle wahnsinnig. Aber da mussten wir durch - im wahrsten Sinne des Wortes! An diesem Tag hatten wir leider kein Glueck das beeindruckende Naturschauspiel zu erleben, wenn sich die Fledermaeuse fuer eine Stunde lang in einem duennen scheinbar endlosen Schwarm aus der Hoehlenoeffnung schlaengeln. Die Fledermauese sind wahrscheinlich zum Islam konvertiert und haben verpasst, dass Rhamadan schon beendet ist... Wir haben die Tierchen nicht in Aktion gesehen.

Dafuer war das Abendessen genauer die Atmosphaere sehr beeindruckend:
Links neben mir eine Lampe um die sich Muecken tummelten. Aus dem Hintergrund kam minueltich eine Fledermaus (wahrscheinlich ein Atheist) auf Beutezug (Muecken) geschossen;
Rechts unten ein kleiner Tuempel aus dem undefinierbare Laute (Froesche?) heraufstiegen und oben ein Schwarm Gluehwuermchen - wahrscheinlich keine bevorzugte Speise von Fledermaeusen;
Am Himmel riesige Blitze eines Waermegewitters in weiter Ferne;
Dschungel at its best!

0101_Mulu (Borneo/Malaysia)
18.-20. November 2006 - 15 Fotos


Mit einer Focker gings heute Mittag gen Norden nach Kota Kinabalu. Ein sehr angenehmer Flug, da nur 4 Personen im Flieger waren. Mit der Flugroute kann man sich keine goldene Nase verdienen. Ganz anders als der Grieche, der von einigen Jahren die Herbergen am Mount Kinabalu gekauft hat (5 im gesamten Nationalpark) . Die Buden sind 4 Tage im Voraus ausgebucht und das nachdem die Preise sich seit dem letzten Jahr verdreifacht haben. Nun ja, Bjoern und ich haben uns mit viel Charme (ja der Schleim triefte schon) 2 Bettchen (a 15EUR)fuer die Mittelstation am Berg erarbeitet. Dort werden wir Morgenabend hoffentlich rechtzeitig einkehren.

Die tiefsten Gründe auf die Berge zu steigen liegen darin, dass ich die stärksten Erfahrungen nur haben kann, wenn ich bis an den Rand der Möglichkeiten gehe. (Reinhold Messner)

Oder wie ich es zu sagen pflege:
Man muss eine Grenzen kennen... und eine Schritt weiter wagen!

08 November 2006

South-East Asia in a nutshell

Anbei eine kleine Übersicht bezüglich der bereits gemachten Erfahrungen (grüne Kästchen) und der vage geplanten Ziele (rote Punkte) der "Abschlussreise" durch Asien. Dabei ist besonders der Abstecher nach Hong Kong stark von der "Budgetbeschränkung" abhängig und fällt dieser wahrscheinlich leider zum Opfer.

Singapore – hier kann man auch vom Boden essen…

Für ein Wochenende ging es diesmal ins südlich gelegene Singapore. Der Stadtstadt, der in den 50er Jahren seine Unabhängigkeit von Malaysia erklärt hat, machte in der Vergangenheit durch seine totalitäre Regierung von sich Reden (siehe „The Fine City“). Die harten Strafen gegen Kriminalität und Verschmutzung zeigen jedoch positive Auswirkungen auf das Stadtbild. Singapore ist unglaublich sauber und sicher. Die Verkehrsinfrastruktur ist dem deutschen Standard etwa 10 Jahre voraus und die meisten Einwohner sind sehr gut gebildet und gepflegt. Teilweise hatte ich den Eindruck in einer US Metropole zu sein und nicht in einer asiatischen Großstadt. Im Vergleich zu Bangkok und Kuala Lumpur schwebt Singapore in anderen Sphären. Zwar sind die Lebenshaltungskosten im Zwergenstaat nur etwa 10-20% unter dem deutschen Niveau, dafür verdient man in Singapore aber auch auf internationalem Niveau.

Bei unserer Unterbringung war diesmal Name auch Programm „Waterloo Hostel“… Stinkende Zimmer, Frühstück, das man besser nicht zu sich genommen hat und ein recht hoher Preis - 37,5 EUR für das Doppelzimmer. Björn und ich plus einige Freunde aus Bangkok haben unsere Stimmung aber nicht vertrüben lassen und haben mal wieder zahlreiche Touriattraktionen abgeklappert. Battle Box - die Kommandozentrale der Briten im WW2; Night Safari – eine Zootour bei Nacht; Mount Faber – eher ein ca. 100m hohes Hügelchen, trotzdem mit sehr schöner Aussicht; Seilbahnfahrt zur Sentosa Island; Images of Singapore – Entwickungsgeschichte des Landes (Hier kam ich mir vor wie im Disneyland); Singapore Art Museum; China Town und Little India. Zu empfehlen wäre nur das nächste Mal den Bus zu nehmen und nicht den Flieger, weil wir effektiv von Singapore nach KL in unser Apartment 6 ½ benötigt haben und 5 mal das Verkehrmittel wechseln mussten. Dass der Verkehrsbus auf der Rückfahrt zum Flughafen (auf der malaysischen Seite) nicht auf uns gewartet hat, werde ich dem Busfahrer nie verzeihen :-).

19_Singapore
2.-5. November 2006 - 27 Fotos

The Fine City

Singapore ist für harte Strafen bekannt! Diese spiegelt sich im „Schilderwald“ der Stadt wieder. Einige „Highlights“: Todesstrafe für das Einführen von Drogen, 2500 EUR für öffentliches Urinieren, 500 EUR wenn man mit einem Rad durch einen Fußgängertunnel fährt, 500 EUR wenn man Abfall auf die Straße wirft, 250 EUR für Trinken und Essen in der U-Bahn. Schließlich noch meine beiden persönlichen Lieblinge: Schläge mit dem Rohrstock für den Besitz von Feuerwerkskörpern und 75 EUR wenn man die Toilette nicht abspült.

19_The Fine City
2.-5. November 2006 - 10 Fotos

05 November 2006

Hinter den Kulissen vom StudiVZ

Anbei eine kleine Info zum StudiVZ - ein Portal, das von immer mehr Studenten rege genutzt wird:

Für einen zweistelligen Millionenbetrag erwarb Holtzbrinck Ventures gerade diskret eine Minderheitsbeteiligung an StudiVZ.de, einer schnell wachsenden Studenten-Community nach dem Vorbild der US-Seite Facebook. "Von Studenten für Studenten" ist der Eindruck, den der 26-jährige Gründer Ehssan Dariani gern aufrechterhalten möchte.

Ist das nicht zu teuer? Über zehn Millionen Euro für eine Firma, die erst vor einem knappen Jahr von E-Commerce-Pionier Lukasz Gadowski (Spreadshirt.de) [Ex-HHLer] mitgegründet wurde, für das zwei Dutzend Studenten in einem Berliner Hinterhof-Büro mit Wasserschaden arbeiten, und das noch keinen Euro Umsatz gemacht hat? Werbung soll erst Ende 2006 starten - allerdings dezent. Denn: "Das höchste Gut einer Community ist das Vertrauen ihrer Mitglieder", sagt Dariani. Derzeit konzentriert sich StudiVZ darauf, Mitglieder zu gewinnen und nach Frankreich, Italien, Spanien und Polen zu expandieren. 500 000 Mitglieder und hohes Wachstum machen StudiVZ zur klaren Nummer eins für Studenten in Deutschland. Das US-Pendant Facebook hat fast zehn Millionen Mitglieder und steht gerade für 800 Millionen bis 1,4 Milliarden Dollar zum Verkauf.

Quelle: handelsblatt.com - Comeback der Kellerkinder

01 November 2006

„Haze“ in KL

Malaysia und Singapur haben den südlichen Nachbarn Indonesien dazu aufgefordert, endlich etwas gegen die Umweltverschmutzung durch die zum Großteil illegale Brandrodung zu unternehmen. Eine dicke Smogwolke ("Haze") aus mit einer Sichtweite, die teilweise nur 200 Meter beträgt, führte dazu, dass in Singapur die Bewohner gewarnt wurden ihre Häuser nicht mehr zu verlassen.Der "Haze" ist weiß wie Nebel und geruchlos und ein Wort für das Gemisch von Rauch, Staub, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Stickoxiden und bodennahem Ozon. Das Ereignis scheint sich Jahr für Jahr zu wiederholen: Um Land für Ackerbau zu gewinnen, greifen die Indonesier zur Brandrodung. Große Teile Sumatras und der Süden Borneos stehen in Brand und die dicken Rauchwolken ziehen Richtung Norden. Nach Berichten aus Indonesien werden große Teile der Regenwälder für Palmöl-Plantagen gerodet. Durch diese Waldbrände wurden in manchen Jahren bereits mehr als eine Mrd. Tonne CO2 freigesetzt. Das entspricht etwa 15 Prozent der weltweit vom Menschen verursachten CO2-Emissionen. (Quelle: pressetext.austria 10.10.2006; Rettet den Regenwald)


Und Felix sitzt mitten drin! Dank meiner Luftkur in Thailand und der Medizin gegen meine Würmchen geht es meinen Lungen jetzt wieder etwas besser…

Andenken von Tioman: Cutaneous Larva

Es hört sich an wie ein kuscheliges Haustierchen mit Kugeläuglein ist aber ein gemein böser Parasit… Björn und ich haben uns unsere Freunde (bei mir nur in schwacher Ausprägung) wahrscheinlich auf den Tioman Islands eingefangen, indem wir verunreinigen (mit Tierkot – hmm lecker) Sand berührt haben. Björn war wegen seiner „Mückenstiche“ bei 3 unterschiedlichen Ärzten. Nach 3 Wochen juckenden „Mückenstichen“ am Unterarm und auf dem Rücken wurde es mir dann auch zu bunt und bin mit zum Arzt (der vierte) gegangen. Endlich die richtige Diagnose „Cutaneous Larva“! Wir haben die volle Dröhnung Chemie bekommen, weil unsere „Mitbewohner“ sich schon einige Wochen vermehren konnten. Normalerweise reichen 400 mg des Wirkstoffs aus. Wir haben über eine Woche verteilt ca. 7000 mg eingenommen. Meine Leber wird es mir danken… Jährlich infizieren sich ca. 600 Mio. Menschen mit den Würmern von den Infizierten sterben etwa 90.000. Ich bin dem Tod also gerade noch mal von der Schippe gesprungen. Übrigens verbreiten sich die Würmchen bis in die Lungen und führen zum Exitus – von Mutationen, die sich in das Herz und das Hirn fressen ist bislang nichts bekannt…

Thailand: Traumstrände vs. Ladyboys

Back in „Kopftuch“-Country - 10 Tage Thailand liegen hinter mir! Unsere Reise begann erneut mit einer kleinen Irrfahrt. Aber durch unseren Stopover in Dubai waren wir schon einiges gewöhnt - 20 min vor Abflug checken wir ein.

Die ersten 4 Tage (Do – So) verbrachten wir in Bangkok (BKK) mit dem Abklappern der obligatorischen Touriattraktionen (Buddah, King’s Palace, Bootstour - gähhhn) und ein wenig Feierlaune. Björn und ich konnten von den Insidertipps von Pascal und Florian (beide HHLer) profitieren. Somit lernten wir die Clubs kennen, in denen die „Locals“ feiern und nicht die Sextouris. Herauszuheben war noch die Taxifahrt zum Campus der beiden - nach 3 Stunden und 86km kamen wir an! Gut, dass wir vorher mit dem Taxifahrer einen Fixpreis (~6EUR) vereinbart hatten :-). Dem muss beigefügt werden, dass die Sprache im Gegensatz zu Malaysia eine entscheidende Kommunikationsbarriere ist, denn in BKK sprechen die wenigsten Personen/Taxifahrer angemessen English.

Nach diesem Erlebnisse machten wir uns auf nach Ko Samui (südlichste Insel im Chinesischen Meer). Ursprünglich hatten wir geplant dort mehrere Tage zu verbringen. Aber nach wenig berauschenden Eindrücken sind wir schon nach 24h auf die nächste Insel geflohen. Unsere Hauptgründe waren die mittelmäßigen Strände (Inselerkundung mittels Roller), die vielen deutschen (!) Pauschalurlauber (Familien und 40+ & Bierbauch) sowie der ständige Anmache von Prostituierten und Ladyboys (Ob Mann ob Frau, man weiß es nicht genau…). Wir haben die Konsequenz gezogen und auf Ko Phangan Zuflucht gefunden. In Hat Rim, dem Strand auf dem jeden Monat die berühmte „Fullmoon“-Party (8.000-5.000 Partysüchtige) gezündet wird haben wir ein kleinen Hüttchen bezogen. Dort fanden wir für die folgenden drei Tage endlich die ersehnte Balance zwischen einem leckern Bierchen am Abend und der einem ruhigen Strand mit Schnorchelmöglichkeit am Tag. Mit zwei Rollern haben wir die Insel unsicher gemacht und auch 20%-Steigungen heile überstanden. Unserer Reise haben wir auf einer Ko Tao vorgelagerten Inselgruppe ausklingen lassen. Dieses von Gott geküsste Fleckchen Erde ist bei Ebbe durch Sandbänke verbunden, so dass wir trockenen Fußes von unserer Hütte zum Hotelrestaurant gehen konnten. Die Tagestouristen verabschiedeten sich meist am späten Nachmittag, sodass man die Abendsonne mit einer Handvoll Hotelgäste genießen konnte. Die Rückfahrt über BKK war sehr zäh und langwierig. Wir sind am Sonntag um 8:30 h in Ko Tao aufgebrochen und kamen erst am Dienstagmorgen um 2:00 h in KL an.

Resümieren kann ich insofern, dass die offene und freundliche thailändische Kultur von mir viel sympathischer wahrgenommen wir als die relativ stricke und islamisch geprägte Kultur in Malaysia! Die beiden Montage in Thailand waren ebenfalls speziell. Viele Thai tragen ein gelbes Hemd, um ihre Sympathie zum König auszudrücken – ein Akt, der in Malaysia fast undenkbar wäre. Hier wird höchstens die Kopftuchfarbe variiert…

17_Thailand
19.- 30. Oktober - 42 Fotos

Wild Things

Immer wieder was Neues - Bilder ohne Worte!

08_Wild Things

Sept - Dec 2006 - 18 Fotos