Erster Anlaufpunkt waren die Killing Fields. Waehrend der Diktatur der Roten Khmer (1975-1979) wurden im Kambodscha bis zu 3 Mio. Personen (meist buergerliche Elite) ermordet. Bei einem 12 Mio. Einwohnerland eine unvorstellbare Groesse. Deswegen sind heutzutage auch 40% der Einwohner juenger als 15 Jahre. Auf den von uns besuchten Killing Fields wurden die groesste Ansammlung von Massengraebern gefunden - 17.000 Menschen fielen hier dem Regime zum Opfer. Ein bedrueckendes Erlebnis. Das jedoch durch das Wissen getruebt wurde, dass ein Japaner die Gedenkstaette gekauft hat und damit wahrscheinlich viel Geld machen wird (Einritt noch 2 US$, obwohl auf den Tickets schon 3 US $ steht). Der gute Mann sollte mal einen Kurs in Business-Ethik belegen.
Im S-21 einer ehemaligen Schule, die in der beschriebenen Zeit der Roten Khmer in ein Foltergefaengnis umgewandelt wurde, wurde die Kost nicht leichter. Individuelle Schicksale der Insassen, Zellen und Foltergeraete wurden dargestellt. Auch ein Buch lag aus in dem man seine Gedanken nieder schreiben konnte. Zwei Aeusserungen stachen besonders heraus:
"A shame that the US do not abolish torture"
"Too sad that all this is still happening today"
Leider waren die Erlebnisse nicht nach europaeischem Standard recherchiert und aufbereitet. Dies haette der Ausstellung mit Sicherheit noch mehr Eindruck verliehen!
Mit einem kleinen Marktaufenthalt und dem Besuch des Nationalmuseums fand der Tag ein Ende. Besonders lustig fanden wir ein unverhofftes Wiedersehen mit unseren finnischen Kommilitonen nach dem Museumsbesuch. Sued-Ost-Asien hat scheinbar so wenige Sehenswuerdigkeiten, dass man sich zwangslaeufig die Wege kreuzen. Vielleicht ist der LonleyPlanet auch an allem schuld :)

0401_Phnom Penh (Kambodscha)
5.-6. Dezember 2006 - 14 Fotos