Mit dem Kajak durch Laos, hoert sich ja schon seltsam an. Aber Bjoern und ich haben mal wieder versucht unseren Horizont zu erweitern. Mit einem kleinen Minibus ging es fuer 1,5h Stunden gen Norden den Me Kong stromaufwaerts. Dort haben wir mit unserem Guide noch ein US-Paerchen aufgelesen, die mit uns gemeinsam die Tour bestrittet haben.
Es war wenig verwunderlich, dass Bjoern und ich schon in der ersten Stromschnelle gekentert sind. Da half auch nicht unsere Kajakerfahrung, die wir bei unserem Trip zu den Hundret Islands (Philippinen) gewonnen haben. Auf der Verlustliste stehen nun ein T-Shirt von Bjoern und mein weisser Schlapphut - Dinge die sich zumindest tw. ersetzen lassen. Durch den unfreiwilligen Badegang leicht erfrischt, konnten wir den Sonnenschein und das atemberaubende Panorama um so besser "ertragen". Die erste Stromschnelle stellte sich alsbald auch als einzige "Herausforderung" da. Momentan ist Trockenzeit, was die Stroemung verstaendlicherweise stark reduziert.
Der Flusslauf war gesaeumt von kleinen Doerfern, deren Kinder im Wasser spielten und nicht muede wurden durch wildes Winken auf sich aufmerksam zu machen. Umlagert wurden wir, als mittags unser Guide an einem kleinen Strand das Mittagessen gegrillt hatte. Mit den Kinder haben wir in der Zwischenzeit kleine Kugeln aus Sand geformt und diese gegeneinander rollen lassen, scheinbar ein sehr beliebtes Spiel von den Kleinen. Die Kugel des Gewinners musste heile bleiben, leider hatten weder die Amis noch wir ausreichend Fortune.
Es ist schon sehr bewundernswert wie sich nicht nur die Kinder mit dem Einfachsten zufrieden geben. Selbst den Erwachsenen ist es vollkommen ausreichend, am Flussufer ihr Gemuese anzupflanzen und einfach zu leben. Vielleicht gelingt es mir ja einen kleinen Teil dieser Gelassenheit nach Deutschland mitzunehmen. Wenn ich irgendwann Kinder haben, wuerde ich auf jeden Fall mit ihnen mal nach Sued-Ost-Asien reisen, um ihnen eine andere Welt fern ab von Konsum und Materialismus darzubieten. Meiner Ansicht nach wuerde es langfristig die Einstellung und das Verhalten positiv beruehren und die Sichtweise der Kinder erweitern, im Gegensatz zu Urlauben auf Malloze oder in anderen Tourihochburgen (OK die Kostenfrage darf nicht vernachlaessigt werden...). Besonders beschaeftigen Bjoern und mich immer die Kinder, die versuchen ihre Ketten und Armreifen auf der Strasse zu verkaufen. In Angkor Wat war dies sehr stark ausgepraegt. Dort haben meist die Kinder gearbeitet und die Eltern lagen im Hintergrund in einer Haengematte am chillen - interessante Arbeitsteilung. Beeindruck hat mich jedoch ein kleiner Junge, der mir 10 Postkarten verkaufen wollte. Dieser hat in Deutsch, Franzoesisch, Spanisch, Englisch, Russisch und Japanisch oder Koreanisch von 1 bis 10 gezaehlt. Diese Leistung fand ich schon beeindruckend!
Heute haben Bjoern und ich mal so richtig eine ruhige Kugel geschoben. Wahnsinnig lange geschlafen, zwei leckere Baguettes mit Salat und Huehnchen fuer zusammen 1 $US genossen (ja ich habe mich wieder an Rohkost gewagt) und gemuetlich den Fluss entlang schlendern. Kraft tanken vor dem letzten Akt. Herauszuheben war eine wahnsinnige 90 minuetige Massage in einem Spa - schon krass was ein zierliches Laosmaedel fuer Power in den Fingern haben kann. Im Gegensatz zu Thailand sind die Spas (Massagesalons) hier auch nicht so verranzt und anruechig! Schliesslich konnten wir unserer Verhandlungsgeschickt und ich meine Laos-Kenntnisse (Danke, Glueck, Hallo, Tschuess) auf dem Nachtmarkt verfeinern.
Insgesamt muss ich schlussfolgern, dass sich der Aufenthalt in Laos absolut gelohnt hat und ich froh bin, dass ich Bjoern begleitet habe. Morgen geht es dank "Multiple-Entry-Visa" wieder zurueck nach Vietnam, diesmal in den Norden nach Hanoi.
Danke für alle, die so lange Geduld mit meinen Fotos hatten. Aus der Masse an Fotos (~3000 Stück), die Björn und ich während unserer 5-wöchigen Reise gemacht haben, kann ich leider nur einen bescheidenen Selektion auf dem Blog veröffentlichen. Ich hoffe ihr fangt zumindest diese Impressionen ein, die wir während unseres Trips versucht haben festzuhalten.
Alles Gute bis auf Weiteres
Felix