Ich muss offen gestehen, dass ich nicht wirklich nach Laos (stummes "S") wollte. Doch ich habe mit Bjoern einen Kompromiss geschlossen und begleite ihn nun.
Erstmal wieder 'was Kurzes zum Land. Im Gegensatz zu Kambodscha, wo groesstenteils die Roten Khmer gewuetet haben, kamen im Laos die Aggressoren aus der westlichen Welt. Im Kalten Krieg haben die USA den kommunistischen im Norden des Landes zwischen 1964-1973 ueber 800.000 Einsaetze geflogen und dabei ueber 2 Mio. Tonnen Sprengstoff abgeworfen. Es wurden über Laos mehr Bomben abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen, womit Laos (2/3 der Flaeche Deutschlands) zu den schwerst bombardierten Ländern der Welt gehört. 30% der Sprengkoerper sind nicht detoniert. Da das politische Interesse jedoch gering ist bemuehen sich US Organisationen nur alibimaessig das Land zu saeubern. Die komplette Befreiung des Nordens von Sprengkoerpern bei der momentanen Geschwindigkeit wuerde noch ueber 100 Jahre dauern.
Nach unserer Ankunft in Vientiane, ein 250.000 Einwohner Hauptstaedtchen, haben wir nach harten Verhandlungen ein Taxi zum Busbahnhof bekommen. Absoluter Kult - Bjoern und ich sind in einem Toyota Corona Delux Baujahr 1965 gefahren. Haette und das der Taxifahrer gesagt haetten wir auch mehr als 2 $US gezahlt. Leider muss er die Karre naechstes Jahr verschrotten lassen, weil er damit keine Lizenz mehr bekommt. Wir sollten einen Hilfsfonds fuer diesen Taxisfahrer auflegen! Glueck hatten wir mit unserer Anbindung nach Luang Prabang (10 h noerdlich), weil wir nur eine halbe Stunde Geduld aufbringen mussten. OK die Fahrt in einem nicht klimatisierten Bus ueber eine Puckelpiste durch das Nirgendwo von Laos war nicht der Hit! Aber es kam zur physischen nun auch noch eine psychische Belastung. Um 22h stoppten wir an einer kleinen Huette! Ich dachte mir waehernd Bjoern im Tal der Traeume weilte, "OK steigt wieder mal wer aus" - nix da. Kommt der Kollege mit einem geladenen Maschinengewehr wieder in den Bus. Der naechste Abschnitt sei "etwas" gefaehrlicher - hier wir ca. einmal im Monat ein Bus ausgeraubt. Die Nacht war fuer mich gelaufen. Als es dann noch durch einen finsteren Wald ging weckte ich Bjoern auf um meine Sorgen zu teilen. Wir haben es unbeschadet ueberstanden, angeblich weil der Bus nicht voll besetzt war.
Im Luang Prabang war es am Samstag gegen Mitternacht eine kleine Herausforderung eine Bleibe zu finden. Zwar standen ausreichend Guest Houses zur Verfuegung, aber die meisten waren schon voll. So mussten wir uebner die verlassenen Strassen irren bis wir endlich beim 6. Versuch Glueck hatten. Samstagnacht 24h und nichts los, das kann ja was werden...
Danke für alle, die so lange Geduld mit meinen Fotos hatten. Aus der Masse an Fotos (~3000 Stück), die Björn und ich während unserer 5-wöchigen Reise gemacht haben, kann ich leider nur einen bescheidenen Selektion auf dem Blog veröffentlichen. Ich hoffe ihr fangt zumindest diese Impressionen ein, die wir während unseres Trips versucht haben festzuhalten.
Alles Gute bis auf Weiteres
Felix