Danke für alle, die so lange Geduld mit meinen Fotos hatten. Aus der Masse an Fotos (~3000 Stück), die Björn und ich während unserer 5-wöchigen Reise gemacht haben, kann ich leider nur einen bescheidenen Selektion auf dem Blog veröffentlichen. Ich hoffe ihr fangt zumindest diese Impressionen ein, die wir während unseres Trips versucht haben festzuhalten. Alles Gute bis auf Weiteres Felix

06 Dezember 2006

Durian bescherte unvergessliche Eindrueck

Am naechsten Morgen (Dienstag) mussten wir uns um 6h aus dem Bett quaelen. Mit einem leckeren Baguette und Warten auf den Tourbus zum Fluss begann der Tag. Wir hatten in unserem 2-Tages-Programm von T-N-K vorgesehen einen Tag den Me Kong stromaufwaerts zu fahren bis zur Hauptstadt von Kambodscha - Phnom Penh. Der Bus lies auf sich warten und die Mitarbeiter telefonierten hektisch. Schliesslich wurde uns mitgeteilt, dass aufgrund von Durian der gesamte Bootsverkehr auf dem Me Kong eingestellt wurde.

Planaenderung: Mit dem Bus sollte es nun nicht direkt an den Fluss gehen, sondern erst ueber die Grenze dann mit dem Boot und schliesslich wieder mit einem anderen Bus in die Stadt - eine Variante, die sehr selten gewaehlt wird, also auch etwas unerprobt ist. Eine Stunde lang verlief die Fahrt ohne Probleme Bis wir kurz vor der Grenze in ein Dorf kamen im dem eigentlich eine Bruecke stehen sollte, die man mit einem Minibus ueberqueren koennte. Die war aber nicht mehr, weil sie gerade modernisiert wurde. Schluss mit Bequemlichkeit! Der Backpack wurde aufgeschnallt und der letzte Kilometer bis zur Grenze dank einer kleinen Behelfsbruecke zu Fuss erreicht. Viele Lacher bekamen zwei Polinnen, die in Asien etwas zu viel eingekauft hatten und dadurch nun jede 3 Tachen tragen mussten - Konsumopfer... Nicht nur im Dorf, in dem die Bruecke "fehlte", sondern auch in den Orten, in denen wir unterschiedlichste Flussarme via Faehre ueberqueren mussten, waren die Dorfbewohner sehr interessiert an uns. Da normalerweise auf dieser Route keine Touris verkehren, war unsere Gruppe von 30 Backpackern das absolute Dorfhighlight des Monats. Als eine Mitreisende ihr ausklappbares Fahrrad herausholte, um den Weg bis zur Grenze zu radeln, staunten die Vietnamesen nicht schlecht.

An der Grenze mussten wir fast 1,5 Stunde warten bis unser Visa abgestempelt werden konnte. Der Himmel war immer noch stark bewoelkt und es wehte eine etwas staerkere Brise. Nach der beschriebenen Wartezeit sollten wir nun ein rostiges Boetchen besteigen, dass uns den Fluss aufwaerts nach Phnom Penh bringt. Irgendwie hatte keiner mehr Lust auf die Bootstour, besonders weil kein anderes Schiff auf dem Me Kong zu sehen war, aber die kambodschanische Verwaltung hatte der Fahrt zugestimmt. Als dann der Kapitaen auch noch mit einer Rohrzange die Ruderseile festgezurrt hatte, hab ich mir schon mal eine Rettungsweste gekrallt. Zum Glueck wurde die "See" ruhiger und wir kamen nach 2 Stunden ruckeliger Fahrt trocken in einem kleinen Kaff an. Von dort gings in die Hauptstadt, wo wir an einem kleinen See ein Himmelreich fuer Backpacker gefunden haben - 2,5 US$ pro Person pro Nacht, sauber und leckeres Essen!

Trotz des etwas konfusen Verlaufs des Tages habe ich ihn im Nachhinein als sehr positiv empfunden. Ich habe wahnsinnig viel von der Landschaft gesehen. Mich an den lachenden Kinderaugen erfreut und meinen Horizont wieder ein klein wenig erweitert. Manchmal verlaeuft das Ungeplante am Schluss besser als man es je haetten im Vorhinein organisieren koennen. Danke T-N-K :)

Noch eine kleine Info: Nein ich fuehle mich immer noch nicht wie ein Backpacker! Ich werde auch wohl nie einer werden und beschreibe mich persoenlich einfach nur als ein rastloser Touri mit einem grossen Rucksack, der sich zusammen mit seinem Mitstreiter Bjoern in gewissem Masse versucht an die "Backpackerkultur" anzupassen. Im Herzen bleibe ich doch ein neoliberaler Schnoesel :)