Danke für alle, die so lange Geduld mit meinen Fotos hatten. Aus der Masse an Fotos (~3000 Stück), die Björn und ich während unserer 5-wöchigen Reise gemacht haben, kann ich leider nur einen bescheidenen Selektion auf dem Blog veröffentlichen. Ich hoffe ihr fangt zumindest diese Impressionen ein, die wir während unseres Trips versucht haben festzuhalten. Alles Gute bis auf Weiteres Felix

18 Dezember 2006

Hong Kong - Ost trifft West

Vorgestern bin ich in China (Macau) gelandet. Anders als urspruenglich geplant habe ich mich sofort per Faehre auf den Weg in die Metropole gemacht und habe keine Nacht in dem kleinen Staedtchen Macau (ehemals portugiesische Kolonie) verbracht.

Es war nur bedingt eine gute Endscheidung, denn die Fahrt ueber die Bucht hat eine Stunde gedauert. Als ich dann endlich in dem von mir gewuenschten Viertel war zeigt die Uhr 1:30 an. Im dritten Hostel hatte ich Glueck endlich eine Bleibe zu finden. Das Preisniveau ist wie erwartet deutlich hoeher - fuer einen 4qm Kaninchenstall habe ich 20EUR bezahlt... In der zweiten Nacht wurde es jedoch etwas besser 8qm fuer 15 EUR.

Ich habe mir fuer meine 4 Tage in Hong Kong ein schoenes Program zusammen gestellt. Kowloon (Norden), Central und ein paar Museen habe ich bereits abgehakt. Heute war ich unter anderem auf dem "Peak", um die Sicht auf die Skyline zu geniessen. Als ich mit der Seilbahn wieder runterfahren wollte habe ich Hendrik (ebenfalls HHLer) durch Zufall gesehen. Die verrueckten Leipziger sind halt ueberall. Er beendet gerade seinen Chinaaufenthalt mit einem Trip in die Metropole. Nun steht fuer uns beide das Abendprogramm jedenfalls fest :)

06_Hong Kong

17.-20. Dezember 2006 - 24 Fotos
07_Dubai
22. Dezember 2006 - 7 Fotos

15 Dezember 2006

Good bye Vietnam & Bjoern

Tschuess Hanoi, diese Stadt war wirklich zum abgewoehnen! Bjoern und ich haetten die letzten zwei Tage besser in einen verlaengerten Aufenthalt auf den Philippinen investieren sollen.. Nachher ist man immer schlauer.

Morgen werden sich unsere Wege trennen. Fuer mich geht es via Gabelflug ueber Bangkok nach Hong Kong und Bjoern wird die restlichen Tage in Bangkok mit shoppen verbringen.
Heute haben wir das letzte Mal zusammen gegessen - das naechste Mal gibts saechsischen Doener im geliebten Aspendos an der Jahnallee!
0302_Hanoi (Vietnam)
13.-16. Dezember 2006 - 19 Fotos

12 Dezember 2006

Streifzug durch Laos

Mit dem Kajak durch Laos, hoert sich ja schon seltsam an. Aber Bjoern und ich haben mal wieder versucht unseren Horizont zu erweitern. Mit einem kleinen Minibus ging es fuer 1,5h Stunden gen Norden den Me Kong stromaufwaerts. Dort haben wir mit unserem Guide noch ein US-Paerchen aufgelesen, die mit uns gemeinsam die Tour bestrittet haben.

Es war wenig verwunderlich, dass Bjoern und ich schon in der ersten Stromschnelle gekentert sind. Da half auch nicht unsere Kajakerfahrung, die wir bei unserem Trip zu den Hundret Islands (Philippinen) gewonnen haben. Auf der Verlustliste stehen nun ein T-Shirt von Bjoern und mein weisser Schlapphut - Dinge die sich zumindest tw. ersetzen lassen. Durch den unfreiwilligen Badegang leicht erfrischt, konnten wir den Sonnenschein und das atemberaubende Panorama um so besser "ertragen". Die erste Stromschnelle stellte sich alsbald auch als einzige "Herausforderung" da. Momentan ist Trockenzeit, was die Stroemung verstaendlicherweise stark reduziert.

Der Flusslauf war gesaeumt von kleinen Doerfern, deren Kinder im Wasser spielten und nicht muede wurden durch wildes Winken auf sich aufmerksam zu machen. Umlagert wurden wir, als mittags unser Guide an einem kleinen Strand das Mittagessen gegrillt hatte. Mit den Kinder haben wir in der Zwischenzeit kleine Kugeln aus Sand geformt und diese gegeneinander rollen lassen, scheinbar ein sehr beliebtes Spiel von den Kleinen. Die Kugel des Gewinners musste heile bleiben, leider hatten weder die Amis noch wir ausreichend Fortune.

Es ist schon sehr bewundernswert wie sich nicht nur die Kinder mit dem Einfachsten zufrieden geben. Selbst den Erwachsenen ist es vollkommen ausreichend, am Flussufer ihr Gemuese anzupflanzen und einfach zu leben. Vielleicht gelingt es mir ja einen kleinen Teil dieser Gelassenheit nach Deutschland mitzunehmen. Wenn ich irgendwann Kinder haben, wuerde ich auf jeden Fall mit ihnen mal nach Sued-Ost-Asien reisen, um ihnen eine andere Welt fern ab von Konsum und Materialismus darzubieten. Meiner Ansicht nach wuerde es langfristig die Einstellung und das Verhalten positiv beruehren und die Sichtweise der Kinder erweitern, im Gegensatz zu Urlauben auf Malloze oder in anderen Tourihochburgen (OK die Kostenfrage darf nicht vernachlaessigt werden...). Besonders beschaeftigen Bjoern und mich immer die Kinder, die versuchen ihre Ketten und Armreifen auf der Strasse zu verkaufen. In Angkor Wat war dies sehr stark ausgepraegt. Dort haben meist die Kinder gearbeitet und die Eltern lagen im Hintergrund in einer Haengematte am chillen - interessante Arbeitsteilung. Beeindruck hat mich jedoch ein kleiner Junge, der mir 10 Postkarten verkaufen wollte. Dieser hat in Deutsch, Franzoesisch, Spanisch, Englisch, Russisch und Japanisch oder Koreanisch von 1 bis 10 gezaehlt. Diese Leistung fand ich schon beeindruckend!

Heute haben Bjoern und ich mal so richtig eine ruhige Kugel geschoben. Wahnsinnig lange geschlafen, zwei leckere Baguettes mit Salat und Huehnchen fuer zusammen 1 $US genossen (ja ich habe mich wieder an Rohkost gewagt) und gemuetlich den Fluss entlang schlendern. Kraft tanken vor dem letzten Akt. Herauszuheben war eine wahnsinnige 90 minuetige Massage in einem Spa - schon krass was ein zierliches Laosmaedel fuer Power in den Fingern haben kann. Im Gegensatz zu Thailand sind die Spas (Massagesalons) hier auch nicht so verranzt und anruechig! Schliesslich konnten wir unserer Verhandlungsgeschickt und ich meine Laos-Kenntnisse (Danke, Glueck, Hallo, Tschuess) auf dem Nachtmarkt verfeinern.

Insgesamt muss ich schlussfolgern, dass sich der Aufenthalt in Laos absolut gelohnt hat und ich froh bin, dass ich Bjoern begleitet habe. Morgen geht es dank "Multiple-Entry-Visa" wieder zurueck nach Vietnam, diesmal in den Norden nach Hanoi.

11 Dezember 2006

Natur pur - Wasserfall, Sonnenuntergang, Kajaking, Touris...

Bei Tag sieht doch alles etwas freundlicher aus! Die Stadt scheint nun belebter zu sein und an Touris mangelt es mit Sicherheit nicht. Es ist Hochsaison und besonders vielen Chinesen kommen...

Mit ein paar Israeli haben wir uns ein Tuk-Tuk zu einem Wasserfall "gechartet". Der Wasserfall war nett, mehr nicht. Vielleicht habe ich davon auch einfach schon zu viele gesehen und bin ein wenig satt - die "Saettigkeit" von den Eindruecken ist uebrigens ein grosses Problem. Bjoern und ich haben nicht ausreichend Zeit alle Impressionen zu verarbeiten. Dabei helfen auch nicht diese oberflaechlichen Backpackergespraeche, die uns beide sehr ankotzen ('tschuldigung). Immer sich zu rechtfertigen wieso man nur 5 Wochen reist.

Ich habe beschlossen mich nicht mehr zu rechtfertigen. Es gibt nun zwei Optionen. Entweder sage ich, dass ich die letzten 3 Jahre im Kongo einen Brunnen gegraben habe und davor 4 Jahre lang Yaks in Nepal gezuechtet habe. Oder ich erzaehle, dass mir diese Lebensweise nicht zusagt und ich nun mal gern produktiv bin und nicht das innere Verlangen verspuere in den Tag hinein zu reisen respektive zu leben... Ich sag nur Backpacker mit lila Jutebeutel :)

Nichts destotrotz ist die Chance hier zwischen den Kulturen zu "vermitteln" immens. So auch die tiefgehenden Gespraeche mit einigen Israelis, was vor einigen Jahrzehnten nicht wirklich vorstellbar gewesen waere. Des Weitern interessante Einsichten von Schweizer im Kontext einer moeglichen EU Mitgliedschaft. Ich nehme schon sehr viel neue Eindrueck und Meinungen mit nach Deutschland zurueck!

Heute waren Bjoern und ich uebrigens eine ganzen Tag lang Kajak fahren. Ich habe genossen einen Tag lang keine Digicam dabei zu haben, aber diese Erzaehlungen folgen Morgen.

05_Laos
9.-12. Dezember 2006 - 17 Fotos

Laos - Narben der Vergangenheit

Ich muss offen gestehen, dass ich nicht wirklich nach Laos (stummes "S") wollte. Doch ich habe mit Bjoern einen Kompromiss geschlossen und begleite ihn nun.

Erstmal wieder 'was Kurzes zum Land. Im Gegensatz zu Kambodscha, wo groesstenteils die Roten Khmer gewuetet haben, kamen im Laos die Aggressoren aus der westlichen Welt. Im Kalten Krieg haben die USA den kommunistischen im Norden des Landes zwischen 1964-1973 ueber 800.000 Einsaetze geflogen und dabei ueber 2 Mio. Tonnen Sprengstoff abgeworfen. Es wurden über Laos mehr Bomben abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen, womit Laos (2/3 der Flaeche Deutschlands) zu den schwerst bombardierten Ländern der Welt gehört. 30% der Sprengkoerper sind nicht detoniert. Da das politische Interesse jedoch gering ist bemuehen sich US Organisationen nur alibimaessig das Land zu saeubern. Die komplette Befreiung des Nordens von Sprengkoerpern bei der momentanen Geschwindigkeit wuerde noch ueber 100 Jahre dauern.

Nach unserer Ankunft in Vientiane, ein 250.000 Einwohner Hauptstaedtchen, haben wir nach harten Verhandlungen ein Taxi zum Busbahnhof bekommen. Absoluter Kult - Bjoern und ich sind in einem Toyota Corona Delux Baujahr 1965 gefahren. Haette und das der Taxifahrer gesagt haetten wir auch mehr als 2 $US gezahlt. Leider muss er die Karre naechstes Jahr verschrotten lassen, weil er damit keine Lizenz mehr bekommt. Wir sollten einen Hilfsfonds fuer diesen Taxisfahrer auflegen! Glueck hatten wir mit unserer Anbindung nach Luang Prabang (10 h noerdlich), weil wir nur eine halbe Stunde Geduld aufbringen mussten. OK die Fahrt in einem nicht klimatisierten Bus ueber eine Puckelpiste durch das Nirgendwo von Laos war nicht der Hit! Aber es kam zur physischen nun auch noch eine psychische Belastung. Um 22h stoppten wir an einer kleinen Huette! Ich dachte mir waehernd Bjoern im Tal der Traeume weilte, "OK steigt wieder mal wer aus" - nix da. Kommt der Kollege mit einem geladenen Maschinengewehr wieder in den Bus. Der naechste Abschnitt sei "etwas" gefaehrlicher - hier wir ca. einmal im Monat ein Bus ausgeraubt. Die Nacht war fuer mich gelaufen. Als es dann noch durch einen finsteren Wald ging weckte ich Bjoern auf um meine Sorgen zu teilen. Wir haben es unbeschadet ueberstanden, angeblich weil der Bus nicht voll besetzt war.

Im Luang Prabang war es am Samstag gegen Mitternacht eine kleine Herausforderung eine Bleibe zu finden. Zwar standen ausreichend Guest Houses zur Verfuegung, aber die meisten waren schon voll. So mussten wir uebner die verlassenen Strassen irren bis wir endlich beim 6. Versuch Glueck hatten. Samstagnacht 24h und nichts los, das kann ja was werden...

Angkor Wat - (Re)Made by Germans

Test uerberstanden! Ich habe die Suppe am Abend meines letzten Postings in Siem Riep gut vertragen. Diese Stadt war unglaublich touristisch. Die haben hier sogar 5-Sterne Hotels in denen eine Nacht 300 $US kostet... Der Ausloeser fuer dieses rege Treiben der Touristen sind die Tempel von Angkor Wat (ca 10km noerdlich). Angkor Wat fungiert als herausragendes nationales Symbol, das repräsentativ für die Khmerkultur und das heutige kambodschanische Volk steht. Fast alles gibt es mit Angkor Wat Symbolen: Die lustig aussehenden kambotischnischen Riel Geldscheine (von mir auch gern als "Bananenwaehrung" bezeichnet) , Bier, Hotels einfach alles. Die Tempel in der Region Angkor wurden im 11. Jahrhundert erbaut und seit ihrer Erbauung stark vernachlaessig. Besonders in der Zeit der Roten Khmer war eine Restaurierung der Tempelanlagen unmoeglich. Nun haben jedoch viele nationale Organisationen finanzielle Partenschaften uebernommen. So restauriert der Geologielehrstuhl der FH Koeln die prominenteste Tempelanlage und bildet zeitgleich Restaurationsteams aus - eine gute Sache.

Bjoern und ich haben uns also eine Tuk-Tuk Fahrer geschnappt und sind mit ihm von Sonnenaufgang (5:30) bis -untergang (18:00) zwischen den einzelnen verstreuten Tempelanlagen hin und her geduest. Sehr beeindruckend, um nur einen Tempel herauszuheben, war die Anlage in der Szenen von Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht wurden. Dieser Tempel ist zu groesstem Teil vom Dschungel umschlossen und riesige Baeume wachsen durch und ueber die massiven Steinmauern. Ich werde mir in Deutschland das Filmchen noch mal ausleihen und mir die entsprechenden Szenen genau anschauen.

Abends beim letzten Essen in Kambodscha haben wir unserem Kellner mal wieder ein Gespraech aufgezwungen. Da das Restaurant komplett leer war, hat der Service fuer die anderen Gaeste auch nicht gelitten :) Es stellte sich heraus, dass unser guter Kellner einen Bachelor in Finance hat und tagueber fuer deine Behoerde arbeitet. Dort verdient er 30 US$ im Monat, obwohl er 5 Tage die Woche 8h arbeitet! Deswegen muss er abends noch ca. 6h in dem Restaurant helfen, um mit zusaetzlichen 20 $US abgespeist zu werden . Immerhin ist noch ein warmes Bettchen mit drin. Eigentlich unvorstellbar, dass ein gut ausgebildeter Mittzwanziger mit annehmbaren Englischfaehigkeiten so bezahlt wird - eine andere Welt.

Dieser Kontrast wurde uns erst wieder am naesten Tag bewusst, als wir am neugebauten Flughafen von Siem Riep Richtung Laos abgeflogen sind. Hier waren nur die 4-5 Sterne Touri, und dazwischen zwei Pseudo-Backpacker aus Deutschland. In einem Shop kostete eine Packung Celebrations (die kleinen Mars, Snickers, etc. Teile) 17 $US. Ich habe gehoert, dass einige Personen dafuer 17 Tage arbeiten muessten. Krasser Kontrast!

Am Flughafen waren wir mal wieder etwas angepisst, weil wir vor unserem Abflug kurz 25 $US abdruecken durften - Flughafensteuer. Davon gehen wahrscheinlich wieder 80% in die Taschen der korrupten Politiker. Aehnlich wie mit den Tankstellen in Vietnam. Die Oelgesellschaft gehoert mehrheitlich dem Ministerpraesident, deswegen kostet ein Liter auch ueber 1$US. Also bitte liebe Deutschen beschwert euch nicht, wenn in Deutschland der Liter umgerechnet 1,60 $US kostet. Mit den 70% Steuern wir unser engmaschiges Renten- und Pflegesystem finanziert und nicht die Lebenshaltungskosten von einer kleinen politischen Elite!

0402_Siem Riep (Kambodscha)
7.-9. Dezember 2006 - 29 Fotos

07 Dezember 2006

Sandwich mit Nachgeschmack

Nach fast 4 Monaten Glueck hat es mich gestern erwischt - ein Sandwich mit frischen Paprika hat meinen Magen voellig aus der Bahn geworfen. So konnte ich gestern die halbe Nacht lang die Keramik der Toilette von Nahem inspizieren. Zu allem Unglueck mussten wir heute auch noch mit dem Bus die ca. 300km lange Strecke gen Norden nach Siem Riep hinter uns bringen. Gemeinsam mit ein paar buddhistischen Moenchen rasten wir mit einem geisteskranken und permanent hupenden Busfahrer ueber die Hugelpiste unterlegt mit schrecklicher kambodianischer Musik. Ich und mein Magen waren froh als "wir" nach 5 Stunden aussteigen konnten.

Auf der Fahrt haben wir wieder etliche Reisfelder gesehen. Aehnlich wie in Vietnam duerfen die Reisbauern hier ihre Angehoerigen auf den Feldern beerdigen. Dabei werden die Koerper der Verstorbenen jedoch nicht eingeeschert, sondern einfach im Feld eingegraben und ein Grabstein draufgesetzt. Was da an Giftstoffen durch den Verwesungsprozess in die Reisfelder gelangt moechte ich mir gar nicht ausmalen.

Kulinarische Leckerbisse gab es an den Zwischenstopps waehrend der Busfahrt. Bjoern hat tatsaechlich an einem Essensstand einen ganzen Eimer mit Spinnen (Groesse von Vogelspinnen) gefunden. Diese werden auf den Feldern eingefangen, frittiert und als Delikatesse angeboten - nein Danke! Vielleicht haben wir aufgrund dieses Wissens auch unser Hotel noch einmal gewechselt. Wir hatten bereits eingecheckt und lagen auf dem Bett unserer beschaulichen Bambushuette, als ueber Bjoerns Fuss eine fette Scharbe krabbelte. Als uns dann im Bad noch eine 11-koepfige Spinnenfamilie begruesste war fuer uns der Drops gelutscht. Mit wehenden Fahnen suchten wir ein neues Hotel, das nun auch nur 1 US$ teurer ist.

Ich hatte in den letzten Monaten wirklich schon bessere Tage erlebt. Gleich werde ich die Reizbarkeit meines Magens austesten und das erste Mal fuer heute etwas essen...

06 Dezember 2006

Alles Roger in Kambodscha

Ein Exklusivtour durch Phnom Penh! Zusammen mit einem Schweizer gings heute fuer 7 Stunden mit einem Minibus durch die Hauptstadt. Wir hatten Glueck mit der Gruppengroessen, weil wir somit die Tour individuell mit unserem Busfahrer (Gott sei Dank Englisch sprechend) abstimmen konnten.

Erster Anlaufpunkt waren die Killing Fields. Waehrend der Diktatur der Roten Khmer (1975-1979) wurden im Kambodscha bis zu 3 Mio. Personen (meist buergerliche Elite) ermordet. Bei einem 12 Mio. Einwohnerland eine unvorstellbare Groesse. Deswegen sind heutzutage auch 40% der Einwohner juenger als 15 Jahre. Auf den von uns besuchten Killing Fields wurden die groesste Ansammlung von Massengraebern gefunden - 17.000 Menschen fielen hier dem Regime zum Opfer. Ein bedrueckendes Erlebnis. Das jedoch durch das Wissen getruebt wurde, dass ein Japaner die Gedenkstaette gekauft hat und damit wahrscheinlich viel Geld machen wird (Einritt noch 2 US$, obwohl auf den Tickets schon 3 US $ steht). Der gute Mann sollte mal einen Kurs in Business-Ethik belegen.

Im S-21 einer ehemaligen Schule, die in der beschriebenen Zeit der Roten Khmer in ein Foltergefaengnis umgewandelt wurde, wurde die Kost nicht leichter. Individuelle Schicksale der Insassen, Zellen und Foltergeraete wurden dargestellt. Auch ein Buch lag aus in dem man seine Gedanken nieder schreiben konnte. Zwei Aeusserungen stachen besonders heraus:
"A shame that the US do not abolish torture"
"Too sad that all this is still happening today"
Leider waren die Erlebnisse nicht nach europaeischem Standard recherchiert und aufbereitet. Dies haette der Ausstellung mit Sicherheit noch mehr Eindruck verliehen!

Mit einem kleinen Marktaufenthalt und dem Besuch des Nationalmuseums fand der Tag ein Ende. Besonders lustig fanden wir ein unverhofftes Wiedersehen mit unseren finnischen Kommilitonen nach dem Museumsbesuch. Sued-Ost-Asien hat scheinbar so wenige Sehenswuerdigkeiten, dass man sich zwangslaeufig die Wege kreuzen. Vielleicht ist der LonleyPlanet auch an allem schuld :)

0401_Phnom Penh (Kambodscha)
5.-6. Dezember 2006 - 14 Fotos

Durian bescherte unvergessliche Eindrueck

Am naechsten Morgen (Dienstag) mussten wir uns um 6h aus dem Bett quaelen. Mit einem leckeren Baguette und Warten auf den Tourbus zum Fluss begann der Tag. Wir hatten in unserem 2-Tages-Programm von T-N-K vorgesehen einen Tag den Me Kong stromaufwaerts zu fahren bis zur Hauptstadt von Kambodscha - Phnom Penh. Der Bus lies auf sich warten und die Mitarbeiter telefonierten hektisch. Schliesslich wurde uns mitgeteilt, dass aufgrund von Durian der gesamte Bootsverkehr auf dem Me Kong eingestellt wurde.

Planaenderung: Mit dem Bus sollte es nun nicht direkt an den Fluss gehen, sondern erst ueber die Grenze dann mit dem Boot und schliesslich wieder mit einem anderen Bus in die Stadt - eine Variante, die sehr selten gewaehlt wird, also auch etwas unerprobt ist. Eine Stunde lang verlief die Fahrt ohne Probleme Bis wir kurz vor der Grenze in ein Dorf kamen im dem eigentlich eine Bruecke stehen sollte, die man mit einem Minibus ueberqueren koennte. Die war aber nicht mehr, weil sie gerade modernisiert wurde. Schluss mit Bequemlichkeit! Der Backpack wurde aufgeschnallt und der letzte Kilometer bis zur Grenze dank einer kleinen Behelfsbruecke zu Fuss erreicht. Viele Lacher bekamen zwei Polinnen, die in Asien etwas zu viel eingekauft hatten und dadurch nun jede 3 Tachen tragen mussten - Konsumopfer... Nicht nur im Dorf, in dem die Bruecke "fehlte", sondern auch in den Orten, in denen wir unterschiedlichste Flussarme via Faehre ueberqueren mussten, waren die Dorfbewohner sehr interessiert an uns. Da normalerweise auf dieser Route keine Touris verkehren, war unsere Gruppe von 30 Backpackern das absolute Dorfhighlight des Monats. Als eine Mitreisende ihr ausklappbares Fahrrad herausholte, um den Weg bis zur Grenze zu radeln, staunten die Vietnamesen nicht schlecht.

An der Grenze mussten wir fast 1,5 Stunde warten bis unser Visa abgestempelt werden konnte. Der Himmel war immer noch stark bewoelkt und es wehte eine etwas staerkere Brise. Nach der beschriebenen Wartezeit sollten wir nun ein rostiges Boetchen besteigen, dass uns den Fluss aufwaerts nach Phnom Penh bringt. Irgendwie hatte keiner mehr Lust auf die Bootstour, besonders weil kein anderes Schiff auf dem Me Kong zu sehen war, aber die kambodschanische Verwaltung hatte der Fahrt zugestimmt. Als dann der Kapitaen auch noch mit einer Rohrzange die Ruderseile festgezurrt hatte, hab ich mir schon mal eine Rettungsweste gekrallt. Zum Glueck wurde die "See" ruhiger und wir kamen nach 2 Stunden ruckeliger Fahrt trocken in einem kleinen Kaff an. Von dort gings in die Hauptstadt, wo wir an einem kleinen See ein Himmelreich fuer Backpacker gefunden haben - 2,5 US$ pro Person pro Nacht, sauber und leckeres Essen!

Trotz des etwas konfusen Verlaufs des Tages habe ich ihn im Nachhinein als sehr positiv empfunden. Ich habe wahnsinnig viel von der Landschaft gesehen. Mich an den lachenden Kinderaugen erfreut und meinen Horizont wieder ein klein wenig erweitert. Manchmal verlaeuft das Ungeplante am Schluss besser als man es je haetten im Vorhinein organisieren koennen. Danke T-N-K :)

Noch eine kleine Info: Nein ich fuehle mich immer noch nicht wie ein Backpacker! Ich werde auch wohl nie einer werden und beschreibe mich persoenlich einfach nur als ein rastloser Touri mit einem grossen Rucksack, der sich zusammen mit seinem Mitstreiter Bjoern in gewissem Masse versucht an die "Backpackerkultur" anzupassen. Im Herzen bleibe ich doch ein neoliberaler Schnoesel :)

Me Kong powered by T-N-K

Nach laengerer Abstinenz mal wieder ein paar Anekdoten aus dem wilden Osten.

In Bezug auf die angesprochene Me Kong Tour im letzten Posting muss ich darauf hinweisen, dass Bjoern und ich uns entschlossen hatten eine organisierte zweitaegige Rundreise zu buchen. Diese war hervorragend organisiert, auch wenn wir von unserem Tourguide annaehernd ge"brainwash"t wurden, er wies permanent auf den Veranstalter T-N-K hin. Nun ja auch eine Form der Markenbildung...

Durch die Tour haben wir Einblicke in das Leben der Bevoelkerung im Me Kong Delta bekommen, deren Leben mit den Gezeiten und leckere Kokosbombons probiert - hmmm. Doch die ersten Auslaeufern von unserem "Reisebegleiter" Durian waren offensichtlich, denn der Seegang im Delta war staerker als gewohnt. Mit positiven Eindruecken machten wir und auf die Fahrt an die Grenze zu Kambodscha und verabschiedeten uns von unserer Reisetruppe, die noch einen zweiten Tag im Delta blieb. Im von Einheimischen gefuellten Minibus haben wir unsere Eindruecke verarbeitet. Besonders habe ich ein aelteres Ehepaar (65+) aus der Schweiz bewundert, dass nun schon seit 5 Wochen druch Asien reist (Backpacking) und noch 5 Monate, abhaengig vom Gesundheitszustand, vor sich hat. Hut ab! Aber die sind nach ihrem Studium (1960er) bereits ein halbes Jahr durch Indien gereist - in den 60ern!

Der Aufenthalt ueber Nacht in der Grenzstadt war von T-N-K gut organisiert worden - fast pauschaltourimaessig :). Im Internet hatten Bjoern und ich jedoch die Zeit vergessen, wodurch wir um 21h kein offenes Restaurant fuer unser Abendbrot mehr gefunden haben, der Koch aus dem Hotel war ebenfalls bereits zu Hause. Also haben wir uns auf den Marktplatz gesetzt und die Einheimischen beglueckt. Von einem Essensstand gab es Nudelsuppe, vom zweiten die Getraenke vom letzten frischen Baguette (sehr gut durch franzoesischen Kolonialeinfluss). Somit haben wir allen ein kleines Umsatzplus beschert und hatten trotz Sprachbarriere Spass mit den Jungs.

0301_Saigon (Vietnam)
1.-5. Dezember 2006 - 33 Fotos

03 Dezember 2006

Good Morning Vietnam!

Wir haben es geschafft!
Nach einer Nacht im Rotlichtbezirk auf den Philippinen, einer durchgemachten Clubnacht in Singapore (Stopover) und dem Abflug um 6:45h nach Saigon (Vietnam) sind wir gestern heile angekommen. Ich hatte mir Vietnam komplett anderes ausgemalt. Saigon (auch Ho Chi Min) ist mit 7 Mio. Einwohner die groesste Stadt den Landes. Das Interessante ist, dass der Verkehr meist aus Motorrollern besteht. Immerhin 4 Mio. Stueck sind in der Stadt registriert. Es gibt auch keine Fussgaengerampeln. Man geht einfach langsam ueber die teils sechsspurigen Strassen und hofft, dass man nicht angefahren wird. Diese Selbstverantwortung, die auch in vielen anderen Bereichen in Asien fuer mich fast zur Selbstverstaendlichkeit geworden ist, werde ich mit Sicherheit im ueberregulierten Deutschland vermissen - wo das Hauptziel ist, die Schuld beim Dritten / Staat zu suchen.

Nach dem kurzen gestrigen Kulturporgramm (Praesidentenpalast - sieht aus wie ein DDR-Gebaude aus den 70ern & Kriegsmuseum - Bilder vom Vietnamkrieg) haben wir heute unseren ersten Touritrip gemacht. Die Fahrt zu den Tunneln lief fast ab wie in einer Pauschaltourimaschine (Malloze, Kanaren, etc.). Das unterirdische Labyrinth wurde vom Viet Kong (Gurillia im Vietnamkrieg) angelegt und von dort aus die US Boys bekaempft. Ca. 15000 Menschen lebten in den Tunneln. Fuer meinen Geschmack zu stark kommerzialisiert, man konnte mit einer AK schiessen (Gewehr, das im Vietnamkrieg eingesetzt wurde) - ein Schuss 1,6 US $. Nach diesen zwei Tagen bin ich mir mal wieder ueber den Grund meiner Verweigerung des Wehrdienstes bewusst geworden - ich alt 68er :)

Morgen geht in den Sueden ins Me Kong Delta und dann mit dem Boetchen den Strom aufwaerts bis zur Hauptstadt von Kambodscha, die wir hoffentlich Uebermorgen erreichen!